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Elektromobilität Doch kein Lithiumabbau: Boliviens Regierung annulliert Vertrag mit ACI Systems

| Autor/ Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Ein bolivianisches Staatsunternehmen hat die baden-württembergische Firma ACI Systems vergangenes Jahr als Partner für die Industrialisierung von Lithiumvorkommen ausgewählt. Nun macht die Regierung einen Rückzieher. Das könnte die OEMs hierzulande vor Probleme stellen.

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Das Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos und die deutsche ACI Systems wollten in den bolivischen Anden gemeinsam den Rohstoff Lithium industriell abbauen. Daraus wird nun nichts.
Das Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos und die deutsche ACI Systems wollten in den bolivischen Anden gemeinsam den Rohstoff Lithium industriell abbauen. Daraus wird nun nichts.
(Bild: ACI Systems)

Boliviens Regierung hat ein Joint Venture zur Lithiumgewinnung mit einem deutschen Unternehmen annulliert. Der Gouverneur des Departements Potosí erklärte am Sonntag (Ortszeit) laut der Nachrichtenagentur ABI, die Regierung von Präsident Evo Morales habe das Projekt per Dekret gestoppt.

Das beteiligte Unternehmen ACI Systems aus Baden-Württemberg erklärte am Montagnachmittag, zunächst nur aus der Presse von diesem Schritt erfahren zu haben. „Eine offizielle Information von bolivianischer Seite ist bisher nicht erfolgt und für uns ist es auch nicht nachvollziehbar“, teilte Firmenchef Wolfgang Schmutz mit. Bis vor wenigen Tagen sei noch alles planmäßig gelaufen. „Wir werden daher erst einmal wie geplant am Projekt weiterarbeiten.“

Das deutsch-bolivianische Gemeinschaftsprojekt war erst vor einem Jahr ins Leben gerufen worden. Das im vergangenen Dezember in Berlin vereinbarte Joint Venture des Staatsunternehmens YLB und der Firma ACI Systems zielte darauf ab, Lithium aus dem Salzsee Uyuni zu gewinnen.

Eine Begründung für den Rückzieher der Regierung wurde nicht bekanntgegeben. Im Departement Potosí, in dem der Salzsee liegt, war es zu Protesten gegen das Projekt gekommen, weil die lokale Bevölkerung nach Ansicht der Demonstranten keinen guten Schnitt gemacht hätte.

Lithium: Rohstoff mit großer Bedeutung für deutsche OEMs

Im Salzsee Uyuni werden die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet. Der Rohstoff wird unter anderem zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt. Dem Abkommen zufolge sollte YLB 51 Prozent der Anteile am Joint Venture halten. Geplant war von 2022 an eine Förderung von 30.000 bis 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr, mit Investitionen von 300 bis 400 Millionen Euro. Damit ließen sich Hunderttausende E-Autos mit Lithium-Batterien ausstatten.

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