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Zulieferer Doppeltes Jubiläum bei Weiss

| Redakteur: Sven Prawitz

Das 1946 gegründete Unternehmen wagte nach 20 Jahren den Schritt in eine neue Branche. Heute ist der in dritter Generation geführte Familienbetrieb ausschließlich im Bereich Kunststoffspritzguss tätig.

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Im Jahr 2011 errichtete Weiss ein eigenes Werk in Ungarn und erweiterte es bereits 2013.
Im Jahr 2011 errichtete Weiss ein eigenes Werk in Ungarn und erweiterte es bereits 2013.
(Bild: Weiss)

Von der Drahtverarbeitung über das Kunstharzpressen bis zur Entwicklung und Fertigung von Landmaschinen wie Heubelüftungsanlagen: Das ist, kurz gefasst, die Geschichte der Firma Weiss in den ersten zwanzig Jahren ab der Gründung 1946.

1963 erschlossen die Firmengründer Benno und Franz Weiß den Formenbau für Press- und Spritzwerkzeuge als neues Geschäftsfeld und erweiterten die Fertigungstiefe ihrer Kunstharzpresserei. Damit hatte das Unternehmen das Tätigkeitsfeld gefunden, in dem es bis heute tätig ist: den Kunststoffspritzguss.

Standort in Ungarn

1966, vor 50 Jahren also, nahm Weiss die erste vollautomatische Spritzgießmaschine in Betrieb. Der Bau einer eigenen Halle für die schnell wachsende Kunststoffverarbeitungs-Sparte erfolgte 1969. Auch die Investitionen in neue Maschinen und Technologien konzentrierten sich auf den Spritzguss sowie die vor- und nachgelagerten Prozesse.

Die zweite Inhabergeneration – Bruno und Dietmar Weiß – stellten 1984 die Maschinenbau-Aktivitäten vollständig ein und trieben den Ausbau der Kunststoffverarbeitung voran. 2004 wurde erstmals die Umsatzgrenze von 20 Millionen Euro überschritten und 2007 nahm das Unternehmen einen zweiten Standort im ungarischen Györ in Betrieb. Dieser wuchs bis 2011 so stark, dass dort ein neues Werk gebaut und 2013 erweitert wurde.

Vom Bauteil zum Car set

Heute ist Weiss mit 275 Mitarbeitern und 94 Spritzgießmaschinen an beiden Standorten aktiv. Ein eigene Werkzeugbau und zusätzlichen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung und Montage sind vorhanden. Das Unternehmen verarbeitet technische Kunststoffe wie PA, PPS, PEEK und GFK und befindet sich aktuell in einer Transformationsphase.

Jürgen Weiß, Geschäftsführer in der dritten Generation, erklärt diese Entwicklung: „Aus der Automobilindustrie erhalten wir zunehmend nicht nur Aufträge für die Produktion einzelner Kunststoff-Bauteile und -Baugruppen, sondern Vergabepakete aus kompletten Car sets, die aus bis zu einhundert verschiedenen Bauteilen für das Interieur oder den Motorraum einer Modellbaureihe bestehen.“

Diese Aufträge vergeben die Fahrzeughersteller direkt, wodurch Weiss laut eigener Angaben zum Tier 1 aufrückt. In den ersten Monaten des Jubiläumsjahrs wurde bereits eine sechsstellige Summe in Softwarepakete für die Simulation und Planung sowie in neue Anlagen zur Inline-Prüfung von Bauteilen investiert. Parallel laufen die Vorbereitungen für eine nochmalige Erweiterung der Hallen und Kapazitäten in Györ.

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