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Dr. Schneider Kunststoffwerke GmbH

http://www.dr-schneider.com/

26.09.2016

Ein Werk der ersten Stunde

Dr. Schneider-Werk in Judenbach feiert sein 25-jähriges Bestehen – Menschen und Region überzeugten

„Er ist durch die Gemeinde gefahren und hat Gefallen daran gefunden“ – so wird Dr. Franz Schneider, Seniorchef der Dr. Schneider Unternehmensgruppe, im Jahr 1990 zitiert. Damals fällte Dr. Schneider die Entscheidung, in Judenbach einen neuen Standort zu gründen. Heute ist das thüringische Werk als Kompetenzzentrum für Mehrkomponenten-Spritzguss ein wichtiger technologischer Stützpfeiler des Automobilzulieferers mit Stammsitz im bayerischen Kronach-Neuses. Das Werk Judenbach, das im Januar 1991 die Produktion aufnahm, feiert in 2016 sein 25-jähriges Bestehen.

Natürlich war es nicht nur die Sympathie, die bei Dr. Franz Schneider – seit 2004 auch Ehrenbürger der Gemeinde Judenbach – den Ausschlag für eine Unternehmensgründung im benachbarten Bundesland gab. Doch tatsächlich spielte die Verbundenheit des Unternehmens mit der Region immer eine wichtige Rolle. Und tut dies heute noch. Darüber hinaus aber war es der Grundsatz des Seniorchefs, der zu einer Suche nach einem neuen Standort veranlasste: „Die Arbeit muss zu den Leuten.“ Dass das neue Werk schließlich in Judenbach entstand, ist vor allem dem unternehmerischen Weitblick von Dr. Franz Schneider und dem engagierten Einsatz der lokalen Entscheidungsträger zu verdanken. „Dieses persönlich engagierte Herangehen passt exakt zu der Philosophie von Dr. Schneider und der Unternehmensgruppe“, bestätigt Parag Shah, der heute Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Dr. Schneider Unternehmensgruppe ist, zu der das Werk Judenbach gehört. „Wir sind mit Herzblut bei der Sache. Und die damals für Judenbach Verantwortlichen waren dies auch.“

Dr. Schneider Judenbach nahm am 2. Januar 1991 mit 53 ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Sonni, einer insolventen Spielzeugfabrik, die Produktion auf. Aus den damals hergestellten „Plasteteilen“ (Freies Wort Sonneberg) für Mercedes, Ford, BMW und Audi wurden schnell technologisch anspruchsvolle High-Tech-Produkte. Schon 1994/1995 starteten die Mitarbeiter des Werkes mit der Mehrkomponentenfertigung. Das bedeutet, dass im Spritzgießwerkzeug in einem Fertigungsprozess vollautomatisch Bauteile aus mehreren, verschiedenen Kunststoffen hergestellt werden. Judenbach war es auch, das 2005 die ersten Elektrokomponenten in der Unternehmensgruppe in die Produktion integrierte. „An dieser Entwicklung lässt sich schon ablesen, dass das Werk hier immer auch technologischer Vorreiter war“, erklärt Shah. Es folgten erste Bauteile in 2 K, 3 K und schließlich 4 K – also mit zwei, drei und vier verschiedenen Kunststoffen in einem Prozess. Gleichzeitig wurde die Lackieranlage ständig erweitert, so ist der Standort in Thüringen aktuell der einzige in der Unternehmensgruppe, der neben den konventionellen Lacksystemen auch UV-härtende Lacke verarbeiten kann.

Die Fortschritte in der Produktions- und Montagetechnik haben auch den Arbeitsalltag im Werk Judenbach enorm verändert. „Als wir hier angefangen haben, waren die Spritzgießmaschinen noch weitgehend manuell zu regeln, die Möglichkeiten waren entsprechend begrenzt. Die Rechner – gestützte Steuerungen mit Möglichkeiten zur Ablaufprogrammierung – kamen gerade neu auf den Markt und wir waren gespannt, was da auf uns zukommt, “ erzählt Rolf Scheler, am Standort Judenbach über 25 Jahre für die Instandhaltung verantwortlich. Sven Dorst, Einrichter in der Spritzgießfertigung ergänzt: „Und heute, sind in allen Maschinen Hochleistungsrechner installiert, mit welchen man alle Maschinenfunktionen individuell und auf jedes Produkt abgestimmt frei programmieren kann“. Die gleiche Entwicklung hat die Vielfalt der zu verarbeitenden Kunststoffe hinter sich. Waren in den Anfangsjahren die Ausstattungsvarianten in den Fahrzeugen noch sehr begrenzt, werden heute ca. 300 verschiedene Materialien und Farben am Standort verarbeitet. Beide Mitarbeiter haben auch den Einbruch miterlebt, den die Automobilindustrie während der Wirtschafts- und Finanzkrise durchmachen musste. „Damals versprach Dr. Schneider, den Standort Judenbach zu erhalten und für die Zukunft noch besser aufzustellen“, erinnert sich der Werkleiter des Standortes Judenbach, Ludwig Erhardt. „Das haben wir mit einer weiteren Konzentration auf Hochtechnologien und durch die Kompetenzzentrum-Strategie auch geschafft.“

Heute beschäftigt Dr. Schneider am Standort Judenbach rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz in Höhe von ca. 35 Millionen Euro pro Jahr. Der weitere Ausbau der Technologien und des Standortes ist bereits im Gange. Eine erst 2014 erbaute Logistikhalle wurde erweitert und vergangene Woche eingeweiht, die Abluftanlage der Lackieranlage wurde weiter optimiert und eine Klimatisierung der Lackierkabine eingebaut, so dass nun ganzjährig unter annähernd gleichen Klimabedingungen die hochsensiblen schwarz Hochglanz und UV-härtenden Lacksysteme verarbeitet werden können. Bereits installiert wurde eine weitere 650-to-2K-Spritzgussmaschine mit Drehtellertechnik, die vor allem für die Produktion für Klapptische und Tankmodule notwendig ist. In den letzten 18 Monaten wurden damit 3 von diesen speziell konfigurierten Sondermaschinen installiert. Und noch in diesem Jahr kommt eine weitere 4K-Maschine dazu. Parag Shah erklärt dies mit der Kompetenzzentrum-Strategie: „Mit diesen Investitionen werden wir unsere Leistungsfähigkeit im Bereich Mehrkomponenten-Fertigung weiter ausbauen. Darin sehen wir uns absolut als Vorreiter an.“