Suchen

Bosch Drei Millionen E-Autos im Jahr 2020

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Für das Jahr 2020 rechnet Bosch-Chef Franz Fehrenbach mit drei Millionen E-Autos. Doch bis das Batterieauto zum Massenprodukt wird, müssen noch einige Aufgaben gelöst werden.

Firmen zum Thema

Um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen, müssen nach Ansicht von Bosch-Chef Franz Fehrenbach noch zwei Aufgaben gelöst werden: „Für 2020 erwarten wir weltweit ein Marktvolumen von drei Millionen Elektroautos – noch zu wenig, damit sich die hohen Entwicklungs- und Fertigungskosten tragen“, so Fehrenbach auf einer Pressekonferenz in Stuttgart. Um Skaleneffekte zu erzielen, führe kein Weg an Standardisierung und Volumenkonzentration vorbei. Zum anderen müsse die Verkehrs- und Energieinfrastruktur auf die Elektromobilität abgestimmt werden – nicht zuletzt fürs Parken und Laden.

Eine staatliche Förderung von E-Autos hat für Fehrenbach zur Zeit keine Priorität. Wichtig sei hingegen, dass die deutsche Automobilindustrie ihre Aktivitäten bündele, wie es die Japaner bereits vormachen. Dafür werde er sich auf dem Autogipfel am 3.Mai, zu dem die Bundeskanzlerin Angela Merkel geladen hat, einsetzen.

Kosten beim Hybrid zu hoch

Das Elektroauto wird sich nach Meinung des Konzernchefs nur langsam durchsetzen. „Es wird, bei einer noch mindestens über 20 Jahre anhaltenden Dominanz des Verbrennungsmotors, einen gleitenden Übergang in die Elektromobilität geben“, bremst Fehrenbach zu große Erwartungen. Die möglichen Effiziensteigerung beim Verbrennungsmotor wie etwa Downsizing könnte in Zukunft kostenneutral umgesetzt werden, ergänzte Kraftfahrzeugtechnik-Geschäftsführer Bernd Bohr. Einer Hybridisierung in großer Breite - 20 bis 30 Prozent Marktanteil - räumte Bohr keine Chancen ein. „Die Kosten sind zu hoch. Aber wenn ein Autofahrer unbedingt das Hybrid-Emblem am Heck will, dann muss er mehr zahlen.“ Dagegen gebe es bei der Batterie und der gesamte Elektrifizierung des Antriebs noch deutliche Einsparpotenziale in den nächsten Jahren.

Entwicklung der Leistungselektronik soll forciert werden

Den weltgrößten Automobilzulieferer sieht Konzern-Chef Fehrenbach bei dem Zukunftsthema Elektroauto gut aufgestellt: „Ab Ende 2012 läuft im südkoreanischen Ulsan die Produktion von Litihium-Ionen-Batterien in einem neuen Werk gemeinsam mit unserem Partner Samsung an“, so Fehrenbach. „Und mit dem Megacity-Vehicle von BMW arbeiten wir an einem ersten Kundenprojekt.“

Zudem wollen die Schwaben die Entwicklung der Leistungselektronik forcieren: Sie besteht aus Chips, die große elektrische Leistungen steuern können. „Darauf soll bis 2016 ein Drittel der Produktion unserer neuen Halbleiterfabrik in Reutlingen entfallen“, kündigt der Bosch-Chef an. Zudem werde der Wertschöpfungsanteil von Elektrik und Elektronik von 40 Prozent in heutigen Fahrzeugen auf 75 Prozent in künftigen Elektroautos steigen.

cb/oh

(ID:344692)