Automatisiertes Fahren Münchner Start-up erhält über zwei Millionen Euro

Von Sven Prawitz Lesedauer: 2 min |

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Driveblocks hat frisches Kapital eingeworben. Das Start-up wird damit seine Software für die Umfelderkennung erweitern und die Zahl der Praxistests erhöhen.

Die Software von Driveblocks erfasst das Fahrzeugumfeld. Die Funktion soll den Einsatz von HD-Karten überflüssig machen.
Die Software von Driveblocks erfasst das Fahrzeugumfeld. Die Funktion soll den Einsatz von HD-Karten überflüssig machen.
(Bild: Driveblocks)

Das Start-up Driveblocks hat eine Seed-Runde in Höhe von 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Rethink Ventures und Bayern Kapital, teilt das Münchner Unternehmen mit. Zusätzlich steuerten Joachim Drees (ehemals CEO der MAN SE und MAN Truck & Bus SE) sowie der Bestandsinvestor Friedrich & Wagner (u. a. In-tech und Pepper Motion) frisches Kapital bei. Mit den Mitteln will das Gründerteam in erster Linie seine Technik zum kartenlosen automatisierten Fahren ausbauen.

Konkret sollen neue Funktionalitäten für die Wahrnehmung der Software umgesetzt werden. Außerdem seien deutlich mehr Praxistests, ein effektives Datenmanagement und die Zusammenarbeit mit Kunden und Flottenbetreibern geplant. Im operativen Geschäft werde die Serienzertifizierung der Perception- und Sensorfusionskomponenten vorbereitet.

Das Konzept von Driveblocks

Der modulare Systembaukasten von Driveblocks enthalte Softwarekomponenten zur Verarbeitung von Rohdaten, zur Echtzeiterkennung der Fahrzeugumgebung und zur Sensordatenfusion, also der Zusammenführung von Daten mehrerer Sensormodalitäten in einem konsistenten Umfeldmodell.

Die Idee von Driveblocks ist es, die Fahrzeugumgebung rein durch Sensoren wie Kamera oder Radar zu erkennen. HD-Karte werden für diesen Ansatz nicht benötigt. Er basiert auf Transformer Neural Networks, verwendet also die gleiche Netzwerkarchitektur, die auch den Large Language Models zu den jüngsten Durchbrüchen verholfen hat.

Lkw als Testträger

Ein gemeinsam mit Pepper Motion entwickelter Lkw nutzt die „Mapless Autonomy Platform“ von Driveblocks. Die Fahrfunktionen wurden nach Unternehmensangaben auf einer Route zwischen München und Bozen (inklusive des Brennerpasses) erprobt. Die Softwarekomponenten werden inzwischen sowohl auf der Straße als auch in der Landwirtschaft, der Containerlogistik oder der Erdbewegung getestet.

Driveblocks richtet sich laut Mitteilung an Tier-1-Zulieferer und OEMs, die die Softwarekomponenten in ihre Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen integrieren. Das Start-up arbeite beispielsweise mit Tier IV, einem japanischen Spezialisten für autonomes Fahren, Apex.AI und Schaeffler ByWire zusammen.

Hintergrund zu Driveblocks

Nach dem Gewinn der mit einer Million US-Dollar dotierten Indy Autonomous Challenge hat das Team um die Geschäftsführer Stephan Matz und Alexander Wischnewski Driveblocks Ende 2021 gegründet. Komplettiert wird das Gründerteam durch Tim Stahl, Felix Nobis, Leonhard Hermansdorfer, Thomas Herrmann und Prof. Markus Lienkamp. Der Unternehmenssitz befindet sich in Garching bei München.

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