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Elektromobilität Dudenhöffer fordert „Elektroauto-Soli“

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Elektromobilität benötigt stärkere Unterstützung. Ferdinand Dudenhöffer hat dazu ein Konzept mit drei Maßnahmen präsentiert. Doch die Refinanzierung stößt auf Skepsis.

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Ferdinand Dudenhöffer (Center Automotive Research) schlägt ein Paket aus drei Maßnahmen vor, um Elektroautos den Markt zu bereiten.
Ferdinand Dudenhöffer (Center Automotive Research) schlägt ein Paket aus drei Maßnahmen vor, um Elektroautos den Markt zu bereiten.
(Foto: Smart )

Will die Bundesregierung ihr Ziel, eine Million Elektrofahrzeug bis 2020 auf die Straße zu bringen, ansatzweise erreichen, so sind weitere Förderungen notwendig. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research der Universität Duisburg Essen, schlägt ein Paket aus drei Maßnahmen vor, um Elektroautos den Markt zu bereiten.

Die drei Säulen des Konzepts stellte Dudenhöffer auf der Presseveranstaltung „Elektromobilität: Was müssen wir in Deutschland tun, um den Anschluss nicht zu verlieren?“ am Mittwoch in Duisburg vor. Sie beinhalten

  • den Aufbau der Ladeinfrastruktur in den 60 größten deutschen Städten sowie kostenlosen Strom und freie Parkplätze für Elektroautos für drei Jahre,
  • eine Prämie für den Kauf eines Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro,
  • ein breites Carsharing-Angebot von Elektroautos in großen Städten.

Zur Umsetzung der Maßnahmen rechnet Dudenhöffer mit Ausgaben von knapp zwei Milliarden Euro. Diese will der Professor über die Erhöhung des Kraftstoffpreises um einen Cent je Liter für einen festen Zeitraum von drei Jahren refinanzieren. Bei jährlich 65 Milliarden verkauften Litern Benzin und Diesel entspricht dies einer zusätzlichen Steuereinnahme von 650 Millionen Euro. Die zusätzlichen Kosten für die Autofahrer bezifferte er auf durchschnittlich 12,30 Euro pro Fahrzeug und Jahr.

„Das Modell ,Ein Cent für Elektromobilität‘ erlaubt den Rückstand bei der Elektromobilität in Deutschland schnell aufzuholen und Deutschland in eine Vorreiterrolle zu hieven“, ist Dudenhöffer überzeugt.

Zwar begrüßten Vertreter der Industrie das neue Konzept grundsätzlich, allerdings äußerten sie Skepsis bezüglich der Refinanzierung. Individuelle Mobilität noch weiter zu verteuern, müsse sehr genau überlegt werden, so Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford Werke. „Dies kann der eine Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringen.“

Daimler-Chef Dieter Zetsche erinnerte der Finanzierungsvorschlag an einen „Elektroauto-Soli“. Entsprechend müsse die Zweckgebundenheit und die zeitliche Begrenzung sichergestellt werden.

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