Zulieferer Dürr baut Lackiererei für BMW in Dadong

Redakteur: Jens Scheiner

Der Anlagenbauer Dürr baut für BMW Brilliance Automotive Ltd. im chinesischen Dadong eine ressourcenschonende Lackieranlage. Diese soll sich vor allem durch einen geringen Energiebedarf auszeichnen.

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Das Trockenabscheidesystem EcoDryScrubber von Dürr – hier im Einsatz bei BMW in Regensburg – kann bis zu 60 Prozent Energie in der Lackierkabine sparen.
Das Trockenabscheidesystem EcoDryScrubber von Dürr – hier im Einsatz bei BMW in Regensburg – kann bis zu 60 Prozent Energie in der Lackierkabine sparen.
(Foto: Dürr)

Der Lackauftrag soll in Dadong mit 36 Lackierrobotern erfolgen. Diese sind laut Dürr mit einer neuen Zerstäubergeneration ausgerüstet, die eine höhere Zerstäuberleistung aufweist und für die Außen- und Innenlackierung einsetzbar ist. Bei der automatischen Nahtabdichtung mit 3D-Applikatoren kommen acht Roboter zum Einsatz. Davon sind vier zur Aufbringung der Nähte von oben mit hochgenauen Tandem-Kolbendosierern bestückt. Eine weitere Maßnahme zum Schutz der Umwelt ist der Einsatz von Wärmerädern zur Wärmerückgewinnung aus Zu- und Abluft. Die Abwärme der Trockner wird über Abhitzekessel zurückgewonnen. Der Abluftstrom aus der Klarlackkabine wird abgereinigt, bevor er die Anlage verlässt. Durch den Einsatz von Membrantechnik in Vorbehandlung, KTL und Abwasseranlage reduziere sich der Wasserbedarf und die Menge des Abwassers.

Geringer Energieverbrauch

Im Grundlackbereich setzt BMW die Rotationstauchlackierung ein. Dabei ermöglicht die Rotationsbewegung der Karosserien den Verzicht auf die Ein- und Auslaufschrägen beim Tauchbecken. Beim vollautomatischen IPP-Lackierprozess sind kein Füller und keine Trocknungsphase notwendig. Die Spritzkabinen sind stattdessen mit einer Trockenabscheidung bestückt, die den Overspray ohne Einsatz von Wasser und Chemikalien bindet. Damit lässt sich laut Hersteller durch weitgehende Umluftführung bis zu 60 Prozent Energie sparen. Der spezifische Energieverbrauch des BMW-Standorts Dadong liegt laut Hersteller pro lackierter Karosserie bei unter 500 Kilowattstunden. Vor rund zehn Jahren waren noch zwei Drittel mehr üblich.

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