Abgas-Affäre

DUH wirft BMW Abgas-Manipulation vor

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Die Deutsche Umwelthilfe wirft BMW vor, bei einem seiner Diesel-Modelle eine unerlaubte Abschaltvorrichtung der Abgasreinigung eingesetzt zu haben.
Die Deutsche Umwelthilfe wirft BMW vor, bei einem seiner Diesel-Modelle eine unerlaubte Abschaltvorrichtung der Abgasreinigung eingesetzt zu haben. (Bild: BMW/Alberto Martinez)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft BMW vor, ebenfalls eine Abschaltvorrichtung für Systeme der Abgasreinigung in einem seiner Diesel-Modelle eingesetzt zu haben. Der Verein will seine Ergebnisse am 5. Dezember präsentieren.

BMW hat Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zurückgewiesen, in einem Diesel-Modell eine Abschalteinrichtung eingesetzt zu haben. „Es gibt bei der BMW Group keinerlei Aktivitäten und technische Vorkehrungen, den Prüfmodus zur Erhebung von Emissionen zu beeinflussen“, teilte der Münchner Konzern am Montagabend (4. Dezember) auf Anfrage mit. „Grundsätzlich gilt, dass BMW-Fahrzeuge den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften entsprechen und nicht manipuliert sind.“ Eine Abschalteinrichtung ist eine spezielle Software, mit deren Hilfe die volle Reinigung der Abgase gezielt ausgesetzt wird.

Die DUH hatte nach Tests mit einem 2016 gebauten BMW 320d mitgeteilt, die Abgaswerte legten den Verdacht nahe, dass der Autobauer eine sogenannte Abschalteinrichtung genutzt habe. Tests im Straßenbetrieb hätte deutlich höhere Abgaswerte ergeben als im Labor. Darüber hatten zuvor die ZDF-Sendung „Wiso“ sowie die Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ (Dienstag) berichtet. Die DUH will die Ergebnisse an diesem Dienstag in Berlin vorstellen.

KBA prüft Vorwürfe

Das Bundesverkehrsministerium lässt von der Umwelthilfe erhobene Vorwürfe gegen BMW zu erhöhten Abgaswerten überprüfen. „Das Kraftfahrt-Bundesamt ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorwürfe von der Untersuchungskommission des BMVI beauftragt worden, den Vorwürfen nachzugehen“, teilte das Ministerium in Berlin am Dienstag auf Anfrage mit.

BMW betonte, der TÜV Süd habe bereits 2015 ein technisch identisches Modell getestet und dabei keine Eingriffe festgestellt. Abschalteinrichtungen sind bekannt, seitdem Volkswagen mittels einer solchen Software die Abgaswerte von Millionen Dieselautos manipuliert hatte. Die Manipulation war im September 2015 aufgeflogen.

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