Suchen

Leoni Durch Autokrise ausgebremst

| Redakteur: Thomas Weber

Die aktuelle Krise in der Automobilindustrie hat beim Bordnetz-Hersteller Leoni die ursprünglichen Wachstumserwartungen spürbar gedämpft.

Firma zum Thema

Die Automobilkrise dämpft beim Bordnetz-Hersteller Leoni die Wachstumserwartungen spürbar. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet Vorstandschef Klaus Probst nur noch mit einem stagnierenden Umsatz von 2,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde dagegen mit voraussichtlich 95 Millionen Euro um 15 bis 25 Millionen Euro

unter dem Vorjahresniveau liegen, sagte Probst am heutigen Mittwoch in Nürnberg.

Bislang hätten die Leoni-Standorte die Auftragsrückgänge der Autoindustrie mit dem Abbau von Überstunden und Urlaub auffangen können. In Werken mit unterschiedlichen Produkten werde Personal teils umgeschichtet, berichtet Leoni-Sprecher Sven Schmidt. Inzwischen beschäftige Leoni auch keine Leiharbeiter mehr. Allerdings sei der Anteil von Leiharbeitern nie sehr groß gewesen. Sollte die Nachfrageflaute anhalten, seien langfristig auch Kurzarbeit und betriebliche Kündigungen möglich, sagte der Sprecher. Weltweit beschäftigt Leoni 53.000 Mitarbeiter, 4.000 davon in Deutschland.

In den ersten neun Monaten 2008 war der Leoni-Umsatz zwar im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 31,4 Prozent auf 2,325 Milliarden Euro gestiegen. Der Zuwachs sei allerdings überwiegend mit dem Kauf der Leoni Wiring Systems France-Gruppe (LWSF) erzielt worden. Das Wachstum aus eigener Kraft habe in diesem Zeitraum bei 60,3 Millionen Euro oder 3,4 Prozent gelegen. Der Konzernüberschuss ging dagegen von Januar bis Ende September um 22,8 Prozent auf 55,9 Millionen Euro zurück. Einer der Gründe sei der deutliche Preisverfall von Kupfer gewesen, der das Unternehmen zu einer Neubewertung der Lagerbestände gezwungen habe.

Zu einer Prognose für das Jahr 2009 sehe sich die Unternehmensführung derzeit nicht in der Lage, heißt es im Quartalsbericht. Leoni sei aber gut gerüstet, auch konjunkturell schwierige Zeiten zu meistern. Ungeachtet der aktuellen Konjunkturflaute rechnet Leoni im kommenden Jahr mit positiven Impulsen aus dem Serienstart verschiedener Neuwagen in der Autoindustrie. Daraus könne sich ein Zuwachspotenzial ergeben. Gute Expansionschancen sieht das Unternehmen in den Schwellenländern sowie in weniger konjunktursensiblen Branchen wie der Medizintechnik oder dem Bereich Glasfaserkabel.

dpa

(ID:277454)