PwC-Studie E-Auto-Absatz wächst trotz Delle im ersten Quartal stark

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Nach dem Absatzfeuerwerk im Schlussquartal 2020 wurden im ersten Quartal in den weltweit wichtigsten Märkten weniger Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen. Der Wachstumstrend ist aber solide.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Trotz einer Wachstumsdelle im ersten Quartal sehen Experten Elektroautos weiter im Aufwind. Im ersten Quartal wurden in den wichtigsten Automärkten der Welt eine Million Plug-in-Hybride und rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) verkauft, wie Zahlen der Unternehmensberatung PwC Strategy& zeigen. Das sind zwar weniger als die von Vorzieheffekten getriebenen 1,3 Millionen im extrem starken vierten Quartal 2020. Im Jahresvergleich ergebe sich aber ein massiver Zuwachs um 170 Prozent.

Der erneut stark steigende Anteil der Neuzulassungen von E-Autos in Europa zeigt, dass das Wachstum im vierten Quartal 2020 nicht allein auf staatliche Fördermaßnahmen zurückzuführen war.

China ist größter E-Auto-Markt

Besonders stark fiel das Wachstum im Jahresvergleich in China aus. Die Zahl der verkauften batterieelektrischen Autos hat sich dort mehr als verfünffacht. 430.000 BEVs bedeuten mehr als die Hälfte des gesamten Absatzes in den insgesamt 14 untersuchten Märkten. Das Wachstum fällt aber auch deswegen so stark aus, weil das erste Quartal 2020 dort besonders stark von Corona gebremst worden war, wie die Autoren der Studie betonen. Der Verkauf von Plug-in-Hybriden verdreifachte sich; sie spielen mit 80.000 Fahrzeugen in China aber nur eine untergeordnete Rolle.

Die zehn wichtigsten europäischen Märkte legten im Jahresvergleich ebenfalls deutlich zu: Vor allem Plug-in-Hybride zogen mit einem Plus von 160 Prozent auf 210.000 stark an. Dadurch überholten sie batterieelektrische Autos, deren Absatz um knapp 60 Prozent auf 185.000 stieg. Damit liegen die europäischen Märkte zwar in absoluten Zahlen hinter China, der Marktanteil der elektrischen Antriebe ist mit 16 Prozent zu 10 Prozent aber in Europa deutlich höher.

Vor allem Vollhybride sind gefragt

Deutschland war mit zusammen 140.000 Elektroautos und einem Plus von 170 Prozent wichtigster Treiber des Wachstums in Europa. Zudem kommt es mit fast 22 Prozent auf einen außergewöhnlich hohen Marktanteil.

In den USA spielten reine Elektroautos und Plug-in-Hybride dagegen mit zusammen gut 100.000 Zulassungen und einem Marktanteil von unter drei Prozent weiter nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Hinzu kommen noch gut eine Million neue Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit in den untersuchten Märkten. Ein Plus von 66 Prozent. Sie dominieren insbesondere in Japan, aber auch in den zehn untersuchten europäischen Märkten sind sie für mehr Neuzulassungen verantwortlich als Plug-in-Hybride und reine Elektroautos zusammen.

Experte: Produkte kommen an

„Der erneut stark steigende Anteil der Neuzulassungen von E-Autos in Europa zeigt, dass das Wachstum im vierten Quartal 2020 nicht allein auf staatliche Fördermaßnahmen zurückzuführen war, sondern das große Produktangebot bei den Kunden ankommt“, sagt Felix Kuhnert von PwC.

Sorgen machen ihm allerdings die derzeitigen Lieferengpässe bei Chips. Zudem bräuchten die Automobilhersteller zusätzliche Produktionskapazitäten, „da die Kundennachfrage bei weiterer wirtschaftlicher Erholung im zweiten Halbjahr 2021 schlagartig anziehen könnte“.

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