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Eberspächer E-Autos CO2-neutral heizen

| Redakteur: Bernd Otterbach

Auf der IAA präsentiert Eberspächer eine reine Bioethanol-Fahrzeugheizung für Elektroautos. Damit soll der Wärmewunsch der Fahrgäste der Batterie nicht zur Last fallen und die Reichweite erhöhen.

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Aller E-Fahrzeug-Euphorie zum Trotz: Auch in einem Elektroauto möchte im Winter niemand frieren. Doch ohne Verbrennungsmotor entsteht auch keine Abwärme – es muss zugeheizt werden. Geschieht dies elektrisch, reduziert der zusätzliche Strombedarf die Reichweite des Fahrzeugs um bis zu 50 Prozent.

Seit Mai beweise sich die neue Bioethanol-Hydronic in Kooperation mit dem Hamburger Elektrofahrzeug-Anbieter Karabag im Praxistest, teilte der Zulieferer am Dienstag mit. Auf der IAA (Halle 8, Stand A33) präsentiert das Esslinger Unternehmen eine Wasser- und eine Luftheizung für den Betrieb mit 100 Prozent Bioethanol.

Ein Vorteil gegenüber anderen batterieunabhängigen Brennstoffheizungen sei die CO2-Neutralität der Wasserheizung Hydronic 2 Economy, so Eberspächer weiter. Ein weiterer Pluspunkt sei die rußfreie Verbrennung von Bioethanol. Die Abgasemissionen werden deutlich verringert und liegen etwa 90 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben. Im Durchschnitt benötigt die Hydronic E4S zwischen 0,4 und 0,5 Liter Bioethanol in der Stunde.

Heizen mit Luft und Bioethanol

Als weitere Neuheit für künftige Elektrofahrzeuge präsentiert Eberspächer auf der IAA auch eine Airtronic-Luft-Heizung, die mit 100 Prozent Bioethanol betrieben werden kann. Während die Hydronic als Wasser-Heizgerät bei einem Fahrzeug den vorhandenen Wärmetauscher und Luftausströmer nutzt, kann die Airtronic nahezu beliebig integriert werden. Sie saugt die Luft über ein eigenes Gebläse an und wärmt den Innenraum direkt auf.

Die Bioethanol-Airtronic gibt es in zwei Varianten. Ihr Einsatz richtet sich nach der Größe des Innenraums, der erwärmt werden soll: Die Airtronic E4 mit 3,8 kW Maximalleistung heizt auch größere Fahrgastzellen schnell auf, wohingegen die Airtronic E2 mit 2,2 kW Höchstleistung für kleinere Fahrzeuge ausgelegt ist. Bis zum Herbst werden die neu entwickelten Airtronic-Heizgeräte eine Zulassung haben, um bei Kunden zum Einsatz zu kommen.

Neben reinem Bioethanol können die neuen Airtronic- und Hydronic-Modelle von Eberspächer auch mit E85 betrieben werden.

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