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Elektromobilität

E-Autos: Doppelter Absatz mit richtigen Modellen

| Redakteur: Edgar Schmidt

Elektroautos ließen sich wesentlich erfolgreicher verkaufen, wenn die Hersteller die richtigen Modelle anbieten würden. Laut Marktforschern produzieren die Automobilhersteller an den Bedürfnissen vorbei.

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E-Autos könnten wesentlich erfolgreicher sein, wenn die Hersteller die entsprechenden Modelle im Programm hätten – sagen Marktforscher.
E-Autos könnten wesentlich erfolgreicher sein, wenn die Hersteller die entsprechenden Modelle im Programm hätten – sagen Marktforscher.
(Foto: Ford)

Die E-Autos, die vor allem die deutschen Hersteller derzeit anbieten, sind genau am Markt vorbei produziert. Mit den richtigen Modellen ließe sich der Absatz in Deutschland leicht verdoppeln. Das ist die kühne These der Analysten der Managementberatung Kienbaum. Denn als eine entscheidende Ursache für den schleppenden Absatz der E-Autos haben die Marktforscher ermittelt, dass die Automobilkonzerne an den Kundenbedürfnissen vorbei produzieren. Nach ihrer Ansicht hätten die Autobauer 30.000 anstatt 15.000 Elektroautos in diesem Jahr verkaufen können, wenn sie in denjenigen Segmenten Elektrofahrzeuge angeboten hätten, in denen potenziell Nachfrage besteht.

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Zwei wichtige Fahrzeugsegmente

Kundenbefragungen, Experteninterviews und Kienbaum-Marktprognosen würden eindeutig belegen: Der breite Markt für Elektromobilität wird sich durch zwei Fahrzeugsegmente entwickeln und etablieren, weil in diesen Segmenten die Nachfrage am höchsten ist: erstens kleine, innovative und dennoch preisgünstige, rein batterieelektrische Fahrzeuge, die als sogenanntes „Purpose Design“ eigens für die Elektromobilität konstruiert werden. Und zweitens Firmenwagen im Oberklasse-Segment im „Conversion Design“. Das heißt, sie werden als Plug-in-Hybrid-Variante parallel zu konventionellen Verbrennungsantrieben angeboten.

Angebot gegenteilig zur Nachfrage

„Das Angebot auf dem E-Mobility-Markt ist genau gegenteilig zur Nachfrage. Bei den kleinen, rein batteriebetriebenen Autos finden wir Conversion Designs wie den E-Up und den Smart vor und im Firmenwagensegment gibt es so gut wie gar keine deutschen Plug-in-Hybride", sagt Harald Proff, Leiter der Kienbaum Global Practice Group Automotive. Die Kienbaum-Analyse zeige außerdem, dass die Autobauer verstärkt rein elektrische Fahrzeuge im mittleren Segment anböten, wie den E-Golf, die B-Klasse oder den A3 E-Tron. „Für die Kunden in dieser mittleren Preisklasse ist Elektromobilität aber noch überhaupt kein Thema. Hier sitzen nicht die sogenannten Early Adopter – also die frühzeitigen Anwender, wie wir sie in den Großstädten oder auch im Fuhrparkmanagement vorfinden. Die Autobauer sollten daher schnellstmöglich ihr Segment-Angebot umstellen, um endlich die vorhandenen Kundenpotenziale zu heben“, betont Proff.

Dass die Autohersteller die Zeichen der Zeit durchaus erkannt haben, zeigt das Beispiel BMW. Der Hersteller hat Anfang Dezember 2014 angekündigt, für alle Modelle seiner Kernmarke Plug-in-Hybridantriebe zu entwickeln.

Aktuelle Verkaufszahlen

Die bisherigen Verkaufszahlen waren jedenfalls mehr als mau. Hier einige Beispiele (Januar bis November 2014):

  • BMW i3: 2.130 Einheiten
  • Renault Zoe: 1.065 Einheiten
  • Nissan Leaf: 784 Einheiten
  • Tesla Model S: 650 Einheiten
  • Mitsubishi Electric Vehicle: 114 Einheiten

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