Elektromobilität Ranking: Wo sind die Märkte für E-Autos?

Von Sven Prawitz

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In Nord- und Westeuropa und in China entwickeln sich die Absatzmärkte für E-Autos sehr gut. In Osteuropa und vor allem in Japan und den USA spielen batterieelektrische Autos kaum eine Rolle.

Das Tesla Model 3 war 2021 das mit Abstand meistverkaufte E-Auto in Deutschland.
Das Tesla Model 3 war 2021 das mit Abstand meistverkaufte E-Auto in Deutschland.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die Unternehmensberatung Berylls hat ihr „E-Mobility-Ranking“ für das Jahr 2021 veröffentlicht. Darin werden über 30 Einzelmärkte hinsichtlich batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) ausgewertet. Demnach haben E-Autos in Norwegen den größten Anteil am Neuwagenmarkt: Zwei von drei verkauften Modelle sind BEVs und zusätzlich ist jedes fünfte neue Auto ein Plug-in-Hybrid. Laut Berylls sind mittlerweile über 15 Prozent der Bestandsfahrzeuge BEV.

Der Blick auf das außereuropäische Ausland ist ernüchternd.

Andreas Radics, Managing Director Berylls Group

Die Märkte mit dem höchsten PHEV-Anteil befinden sich in Schweden und Island. Besonders dynamisch bezüglich der umstrittenen Antriebsart waren zuletzt die Märkte in Griechenland (+ 306 Prozent CAGR von 2019 bis 2021), Italien (+ 230 Prozent) und Dänemark (+ 223 Prozent). Laut Tabelle haben vor allem die skandinavischen Länder sehr hohe Plug-in-Anteile am Neuwagenmarkt jenseits der 20-Prozent-Marke. Keine Rolle spielt der PHEV hingegen in Japan, Korea und den USA (je ein Prozent).

Niederlande: Stillstand beim Absatz

In den Niederlanden ist jeder fünfte Neuwagen ein BEV. Allerdings scheint bei unseren Nachbarn bereits eine gewisse Sättigung hinsichtlich Zielgruppe erreicht: In den vergangenen drei Jahren ist das Segment nicht mehr gewachsen (+ 2 Prozent CAGR). Knapp drei Prozent der Fahrzeuge auf den Straßen sind batteriebetriebene E-Autos. Nur Norwegen und Island haben höhere Quoten. In Japan gehen die Marktanteile gar wieder zurück (- 5 Prozent). In allen anderen betrachteten Märkten ist das Segment mindestens um 37 Prozent gewachsen.

Und Deutschland? Laut Berylls waren 14 Prozent der Neuwagen mit batterieelektrischem und zwölf Prozent mit PHEV-Antrieb ausgestattet. Das Wachstum fand vor allem bei den BEVs statt. „In unserem Ranking ist Deutschland der ‚Wachstums-Champion‘ unter den führenden Industrienationen“, sagt Berylls-Partner Alexander Timmer. „Offenbar hat die batterieelektrische Mobilität in Deutschland auch in der Breite Fahrt aufgenommen.“

Ladeinfrastruktur: Deutschland und Frankreich trennen Welten

Hinsichtlich Ladeinfrastruktur befindet sich Deutschland eher im Mittelfeld der betrachteten Märkte: In den Niederlanden kommt ein Schnellladepunkt auf zehn Quadratkilometer, in China auf 20. In Deutschland nimmt diese Fläche bereits auf 35 km² zu, das Negativbeispiel für Westeuropa markiert Frankreich mit extremen 154 km².

Die Tabelle zeigt, dass die osteuropäischen Länder zwar weit zurück liegen bei der Elektrifizierung ihres Automarkts, dort werde jedoch vor allem in Schnellladesäulen investiert. Auch Norwegen hat mit 40 Prozent einen besonders hohen Anteil an DC-Säulen im Ladenetz.

In den Märkten Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Polen, Rumänien, Slowakei oder Tschechien stünden hohe Anschaffungskosten einer geringen Kaufkraft der Bevölkerung gegenüber. Verschlechtert wird die Lage hier durch kaum vorhandene Infrastrukturen. Ändere sich daran nichts, werde das Erreichen der hoch gesteckten EU-Klimaziele enorm erschwert, heißt es in einer Mitteilung von Berylls.

Japan, Korea und USA mit niedrigen BEV-Quoten

„Auch der Blick auf das außereuropäische Ausland ist ernüchternd: Selbst führende Autonationen wie Japan, Korea oder die USA verharren mit ihren BEV-Quoten bestenfalls im Mittelfeld oder sogar abgeschlagen auf den hinteren Rängen“, sagt Andreas Radics, Managing Director der Berylls Group. „Vor allem die USA geben hier ein trauriges Bild ab und stehen bislang deutlich schlechter da als Deutschland – auch wenn einzelne Staaten wie Kalifornien die E-Mobilität sehr ernst nehmen.“ Als Ursache macht Berylls eine fehlende Förderung der E-Mobilität auf Bundesebene aus – vor allem während der Amtszeit von Donald Trump.

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