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Elektromobilität

E-Fahrzeuge: Deutschland bleibt ein schwieriger Markt

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Positiver Ausblick bis 2030

Für die nächsten 10 bis 15 Jahre rechnet das CAM aufgrund der technologischen Anstrengungen der Hersteller und des zu erwartenden regulatorischen Umfelds trotzdem mit einer deutlichen Steigerung. Danach werden die globalen Neuzulassungen von E-Autos im Jahr 2020 zwischen 2,5 Prozent (konservativ) und 5 Prozent (optimistisch) liegen, danach aber dynamisch steigen. Im Jahr 2025 wird im optimistischen CAM-Szenario mit rund 15 Prozent beziehungsweise 14 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Pkw gerechnet. Diese könnten danach bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent beziehungsweise 30 Millionen elektrisch angetriebenen Pkw steigen.

Das von CAM angeführte Reichweitenproblem wurde auch in einer Studie der Managementberatung Horváth & Partners thematisiert. Dort wird vor allem das derzeit hohe Gewicht der Batterien als bremsender Faktor für die Reichweite angeführt. Die Erhebung besagt, dass ein durchschnittliches rein batteriebetriebenes Elektrofahrzeug laut Herstellerangaben momentan rund 15 Kilowattstunden (kWh) braucht, um 100 Kilometer weit zu fahren. Um die benötigte Energie zu speichern, ist laut Horváth & Partners eine Batterie von rund 160 Kilogramm notwendig. Die Berater errechnen diesen Wert, indem sie die Herstellerangaben normieren und mit den jährlichen Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen gewichten.

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Preise sinken, das Gewicht nicht

Aktuelle Elektromodelle tragen Batteriegewichte zwischen 200 und 300 Kilogramm in sich, das reichweitenstärkste Modell, der Tesla Model S, kommt auf ein Batteriegewicht von rund 750 Kilogramm und somit auf Reichweiten um die 500 Kilometer.

Während auf der einen Seite der Preis für Elektrobatterien in den letzten Jahren deutlich gesunken ist, hat sich aber das benötigte Gewicht kaum verändert. Die Schlüsselkennzahl, Wattstunde pro Kilogramm (Wh/kg), lag bei den Modellen aus dem Jahr 2012 bei 86. Bis 2015 hat sich der durchschnittliche Wert aller in Deutschland neu zugelassenen Modelle laut der Managementberatung auf 94 Wh/kg verbessert. Das ist ein Plus von gerade einmal 10 Prozent.

Hoffnung auf technologische Sprünge

„Würde sich die Anzahl Wattstunden je Kilogramm Batterie so entwickeln wie in den letzten drei Jahren, dann wäre ein durchschnittlicher Stromer 2020 mit einer Batterie ausgestattet, die 105 Wh/kg leistet“, so Studienleiter Dr. Oliver Greiner, Partner bei Horváth & Partners. „Ein heutiges durchschnittliches Elektrofahrzeug würde, um 100 Kilometer weit zu fahren, rund 145 Kilogramm einer solchen Batterie benötigten – statt den aktuellen 160 Kilogramm. Ein kaum nennenswerter Unterschied und kein wirklich starker Impuls für den Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland“, so Dr. Greiner weiter.

Es ist laut der Studie aber zu erwarten, dass es hier in den kommenden Jahren zu größeren Veränderungen kommt. Schon die aktuell vorherrschende Lithium-Ionen-Technologie könnte laut Experten Energiedichten bis etwa 300 Wh/kg erreichen. Darüber hinaus wird weltweit nach Alternativen gesucht. Neue Zelltechnologien entstehen beispielsweise auf der Basis von Lithium-Schwefel-Batterien, Natrium-Ionen-Batterien oder Festkörperbatterien. Im August dieses Jahres berichtete das Massachusetts Institute of Technology (MIT) von neu entwickelten Lithium-Metall-Batterien, welche die doppelte Energiedichte im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus aufweisen und damit bei gleichem Gewicht doppelt so lange halten, d. h. mit einer Ladung die doppelte Reichweite ermöglichen.

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