Umfrage E-Mobilität: Zulieferer vom Tempo des Wandels überrascht

Autor: Andreas Wehner

Die Umstellung auf die Elektromobilität geht für viele mittelständische Unternehmen in Deutschland schneller als erwartet. Mittel- bis langfristig erwartet die Branche daher eine weitere Konsolidierung.

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(Bild: Bosch)

Die mittelständischen Autozulieferer in Deutschland sind vom Tempo bei der Umstellung auf die Elektromobilität überrascht. Das ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens Roland Berger. Jeder zweite der befragten Vorstände und Geschäftsführer aus der Zulieferindustrie habe angegeben, dass der Wandel hin zu elektrischen Fahrzeugen schneller als erwartet komme, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das ist für die Unternehmen eine große Herausforderung. „Neben der Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie, den derzeitigen Lieferengpässen sowie dem geringerem finanziellen Spielraum muss die Wende zur Elektromobilität schnell vollzogen werden“, sagt Thomas Schlick, Partner bei Roland Berger.

Wenig finanzielle Spielräume

Geschäftsmodelle müssten nun schneller als erwartet angepasst werden, so die Berater. Die finanziellen Spielräume seien nach dem Krisenjahr 2020 allerdings vielerorts eingeschränkt. Um die Transformation dennoch zu bewältigen und die Investitionen in neue Technik stemmen zu können, seien die Firmen umso mehr gezwungen, die Effizienz im angestammten Geschäft zu erhöhen. Das sei jedoch noch stark vom Verbrenner geprägt und biete kaum Wachstumschancen. Besonders betroffen seien daher Unternehmen, die im Bereich Antriebsstrang aktiv sind.

„Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist sich einig: Die neue Wertschöpfungsstruktur bei batterieelektrischen Fahrzeugen wird für viele Zulieferer existenzbedrohend“, so Schlick. Vor allem weil der Antriebsstrang eines Elektroautos deutlich weniger Teile umfasse als beim Verbrenner.

Wertschöpfung verlagert sich ins Ausland

Die Befragten erwarten, dass die Veränderung der Systemarchitektur dazu führen werde, dass große Teile der Wertschöpfungskette ins Ausland wanderten. Die Folge sei eine weitere Konsolidierung sowie das mittel- und langfristige Aus einzelner Unternehmen, vor allem im Segment Antriebsstrang.

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Redakteur Newsdesk Automotive