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Entwicklungsdienstleister EDAG: Börsengang schon Ende des Jahres

| Redakteur: Christian Otto

Den Engineering-Spezialist drängt es an die Börse. Dabei werden ausschließlich Anteile der Eigentümer-Gesellschaft ATON gehandelt.

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Noch in diesem Jahr soll die EDAG-Aktie in Frankfurt gehandelt werden.
Noch in diesem Jahr soll die EDAG-Aktie in Frankfurt gehandelt werden.
(Foto: EDAG)

Der Entwicklungsdienstleister (EDL) bereitet den Börsengang vor. Wie das Unternehmen vermeldet, strebe man noch in diesem Jahr, abhängig vom Börsenumfeld, eine Zulassung der Aktien im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) an.

Es sollen ausschließlich Anteile des gegenwärtigen Alleineigentümers ATON angeboten werden. Die Investmentgesellschaft möchte auch nach dem Börsengang weiter an der EDAG beteiligt bleiben. Dazu wurde die EDAG Engineering Group AG, eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht, gegründet, in die das gesamte operative Geschäft von EDAG eingebracht wird.

Unabhängigkeit und Flexibilität

„Gestützt auf deutsche Ingenieurskunst ist EDAG heute einer der globalen Marktführer in einem der attraktivsten Dienstleistungssegmente der Automobilindustrie“, sagt Thomas Eichelmann, Geschäftsführer von ATON und Verwaltungsratsvorsitzender von EDAG. „Der Börsengang ist für uns jetzt ein logischer und vorausschauender Schritt. Der direkte Zugang zum Kapitalmarkt wird es uns ermöglichen, in dem globalisierten Wettbewerbsumfeld, in dem EDAG sich bewegt, weiterhin dauerhaft unabhängig und flexibel agieren zu können.“

EDAG gilt als einer der weltweit führenden, unabhängigen Ingenieurdienstleister und entwickelt serienreife Lösungen für die globale Automobilindustrie. Mit einem internationalen Netzwerk von 57 Standorten bedient das Unternehmen nationale und internationale Fahrzeughersteller sowie Automobilzulieferer. Dabei beschäftigte EDAG zum 30. Juni 2015 etwa 7.600 Mitarbeiter in 19 Ländern.

Wachsender Engineeringmarkt

„Die Gesamtfahrzeugkompetenz ist eine klare Wettbewerbsstärke von EDAG“, sagt Jörg Ohlsen, CEO in der Konzerngeschäftsleitung von EDAG. Da gerade die OEMs bei der Vergabe vermehrt auf größere Projektumfänge setzen, sind Anbieter die ein breites Angebot abbilden im Vorteil. Und der EDL-Markt dürfte laut einer Studie von A.T. Kearney bis 2020 mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 6 bis 7 Prozent von heute 15,3 Milliarden Euro auf 22,6 Milliarden Euro anwachsen. Für die Top 5-Marktteilnehmer nach Umsatz, zu denen auch EDAG gehört, wird ein überdurchschnittliches jährliches Wachstum von 9 bis 12 Prozent erwartet.

Von 2012 bis 2014 konnte EDAG laut eigener Angaben den Kernumsatz um rund 78 Prozent von 357 auf 635 Millionen Euro steigern und hat 2014 ein bereinigtes Kern-EBIT von 53,2 Millionen Euro erzielt. Dieses Wachstum wird insbesondere auf die erfolgreiche Integration der Rücker Gruppe und der BFFT Gruppe zurückgeführt.

Ordentliche Umsatzsteigerung

Im ersten Halbjahr 2015 steigerte EDAG den Kernumsatz gegenüber der Vorperiode um 17 Prozent auf 355,2 Millionen Euro(H1 2014: 303,5 Millionen Euro) und das bereinigte Kern-EBIT um 58 Prozent auf 35,6 Millionen Euro(H1 2014: 22,5 Millionen Euro).

Derzeit plant EDAG, in Abhängigkeit der Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens zukünftig eine Dividende in Höhe von circa 50 Prozent des konsolidierten Gewinns der entsprechenden Berichtsperiode an ihre Aktionäre auszuschütten.

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