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Engineering-Dienstleister EDAG Group: „Starkes Wachstum mit Software & Digitalisierung“

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Die EDAG Group ist sehr dynamisch ins Jahr 2022 gestartet und vorsichtig optimistisch, das Jahr trotz diverser Unwägbarkeiten gut zu Ende zu bringen. CEO Cosimo De Carlo erklärt besonders erfolgreiche Aktivitäten und neue Geschäftsmodelle.

Cosimo De Carlo
Cosimo De Carlo
(Bild: EDAG Group)

Herr De Carlo, die Corona-Pandemie und der Halbleitermangel verhinderten im Jahr 2021 in der Automobilbranche eine kräftige Erholung. Wie lief das vergangene Jahr für die EDAG Group und wie ist das neue Jahr angelaufen?

Nach dem pandemiebedingten Einbruch im Jahr 2020 haben sich Umsatz und Ergebnis im vergangenen Jahr deutlich erholt. Unsere Konzern-Umsatzerlöse lagen mit über 680 Millionen Euro um knapp 6 Prozent über dem Vorjahresniveau von 650 Millionen Euro. Alle drei Segmente konnten zum Umsatzwachstum beitragen. Die stärkste Wachstumsdynamik zeigte sich dabei bei Electrics/Electronics mit einem Zuwachs von rund 12 Prozent, gefolgt von Vehicle Engineering mit gut 5 Prozent sowie Production Solutions mit 0,4 Prozent.

Für dieses Jahr hat der Verband der Automobilindustrie ein Wachstum der weltweiten Autoverkäufe um 4 Prozent prognostiziert. Dem zugrunde liegt ein hohes Marktpotenzial für Engineering-Service-Provider. Gemäß einer aktuellen VDA-Studie beträgt das F&E-Budget der Automobilindustrie bis 2026 etwa 220 Milliarden Euro – Investitionen in Produktionsanlagen nicht berücksichtigt. Diese enormen Ausgaben sind notwendig für die fundamentale Transformation, die die Mobilitätsindustrie derzeit durchläuft – in Richtung einer elektrischen, vernetzten, nutzerzentrierten, software­geprägten und nachhaltigen Zukunft. Unsere Kundinnen und Kunden werden diesen Wandel ohne externe Unterstützung nicht erfolgreich bewältigen können. Daraus ergeben sich für innovative, agile und global positionierte Entwicklungsdienstleister wie die EDAG Group große Marktpotenziale.

Wie stark wirken sich die erneuten Corona-Lockdowns in China sowie der Ukraine-Krieg, verbunden mit fortwährenden Störungen der Lieferketten, auf Ihr Geschäft aus?

An die Corona-Lockdowns in China haben sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile gewöhnt. Sie können alle mobil arbeiten, sodass wir durch die neuerlichen Schließungen keine großen Einschnitte erwarten. Vom Ukraine-Krieg sind wir aktuell nur indirekt betroffen. Wir haben weder in Russland noch in der Ukraine Standorte und erwirtschaften dort keine Umsätze. Auch wirken sich die bislang erlassenen Sanktionen nicht negativ auf unsere Projekte aus und wir verzeichnen bis dato keine relevanten Projektstopps oder -verschiebungen.

Das hört sich alles in allem recht optimistisch an.

Wir sind sehr dynamisch in das Jahr gestartet. Unsere Umsätze sind im ersten Quartal um 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, die bereinigte EBIT-Marge lag bei 7,6 Prozent. Damit haben wir das margenstärkste Auftaktquartal seit unserem Börsengang berichtet. Stand heute erwarten wir im laufenden Jahr eine beschleunigte Wachstumsdynamik und eine positive Entwicklung bei wesentlichen Leistungsindikatoren: für den Umsatz zum Beispiel ein Plus von rund 6 bis 9 Prozent. Für die bereinigte EBIT-Marge prognostizieren wir eine Bandbreite von rund 6 bis 8 Prozent und für die Investitionsquote rund 4 bis 5 Prozent. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass wir das Jahr gut zu Ende bringen. Gleichzeitig beobachten wir sehr aufmerksam die weitere Entwicklung der Unsicherheitsfaktoren, wie zum Beispiel die jüngst gesenkte EU-Wachstumsprognose, und sind vorbereitet, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Welche Aktivitäten konnten Sie im Jahr 2021 besonders erfolgreich vorantreiben?

Erstens konnten wir unser internationales Geschäft noch einmal deutlich ausbauen. Als ich 2018 zur EDAG Group kam, hatten wir uns das Ziel gesetzt, drei Jahre später etwa 40 Prozent unserer Umsätze außerhalb Deutschlands zu erwirtschaften. 2020 lagen wir bereits bei 39,2 Prozent und 2021 konnten wir mit 44,6 Prozent das einstige Ziel sogar weit übertreffen. Somit haben wir es in nur vier Jahren geschafft, die EDAG als einen der internationalen Top-Player der Branche zu positionieren, wenn es um die Entwicklung der Mobilität von morgen geht. In den kommenden Jahren wollen wir das hohe internationale Niveau halten, aber auch unsere Umsätze hierzulande mit neuen Angeboten steigern.

Und zweitens?

Zweitens haben wir unsere im Haus vorhandenen Kompetenzen in Sachen Software und Digitalisierung in der gleichnamigen, segmentübergreifenden Einheit gebündelt. Damit können wir unseren Kundinnen und Kunden in diesen Zukunftsfeldern ein attraktives Angebot unterbreiten. Dass diese Maßnahme offensichtlich richtig war, belegen die Zahlen: Während unser Gesamtumsatz 2021 um 5,7 Prozent stieg, war der neue Bereich Software & Digitalisierung mit 25 Prozent Zuwachs unser Wachstumstreiber. Dieses Tempo wollen wir weiter hochhalten und das Angebot international ausbauen. Drittens haben wir mit den im Jahr 2020 umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen unsere Effizienz erhöht und die Gewinnschwelle deutlich gesenkt. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass unser Unternehmen im März 2021 durch einen Cyberangriff kurzzeitig beeinträchtigt war.

Erwarten Sie in der Einheit Software & Digitalisierung auch ein wachsendes Geschäft mit Tier-1-Lieferanten und Tech-Konzernen?

Mit den Tier-1-Lieferanten auf jeden Fall, denn die OEMs erwarten von diesen Unternehmen verstärkt die Fähigkeit, neue Funktionen ins Fahrzeug zu integrieren. Hier unterstützen wir massiv. Die Tech-Konzerne hingegen verfügen selbst über eine hohe Softwarekompetenz, die sie möglichst auch für sich behalten möchten. Allerdings fehlen ihnen Kenntnisse, wie ein Auto gebaut oder entwickelt wird. Insofern liegt unser Fokus hier auf dem klassischen Vehicle Engineering und Production Solutions. Eine Software für eine Waschmaschine zu entwickeln, ist nun einmal nicht dasselbe, wie eine Software für ein Auto zu entwickeln. Hier gibt es große Unterschiede. Das wissen wir als „Automotive Digital Natives“ nur zu gut.

Welche neuen Geschäftsmodelle sehen Sie für die EDAG Group in der Mobilität von morgen?

Zunächst einmal bietet die Mobilität von morgen allen Unternehmen, die sich in diese Richtung bewegen, große Potenziale. Gleichzeitig werden künftig zwischen 20 bis 30 Prozent der Umsätze in der Automobilindustrie durch datenbasierte Services generiert. Das heißt, das eigene Auto als Produkt verliert an Bedeutung. Deshalb sehen viele Start-ups, mit denen wir im Gespräch sind, das Auto als Plattform für technologiebasierte Dienste, mit der sie Geld verdienen wollen. Dafür bringen wir bereits heute unsere Leistungen in der App-Entwicklung ein. Für die Zukunft stelle ich mir neue Geschäftsmodelle vor, die einen Schritt weitergehen – in Form sogenannter recurring revenues (Anm. d. Red.: wiederkehrende Einnahmen). Wir kreieren zum Beispiel eine Software, die Mobilitätsanbieter einsetzen können, und erhalten unsere Erlöse durch die Nutzung der Software zurück. Des Weiteren haben wir ein eigenes Team etabliert, das unsere Kundinnen und Kunden dabei unterstützt, energie- und ressourceneffiziente Fahrzeuge sowie Produktionsanlagen zu entwickeln; nicht zuletzt um die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Schließlich entsteht der größte Einfluss auf den späteren CO2-Footprint eines Fahrzeugs bereits in der Entwicklung. Schon dort gilt es, die richtigen Entscheidungen mit Blick auf Materialien, Prozesse, Lieferantenauswahl etc. zu treffen.

Zum 1. Januar 2022 haben Sie auch die neue Business Unit „Energiesysteme und Antriebsstrang“ installiert. Was waren die Gründe für diese Maßnahme?

Die Energieinfrastruktur wird mit Blick auf die richtigen Systeme für die Mobilität von morgen eine Schlüsselfunktion einnehmen: beginnend mit einer weitestgehend nachhaltigen Erzeugung von Energie, deren Speicherung und Verfügbarkeit über die leistungsfähige Infra- und Verteilungsstruktur bis hin zur Versorgung aller wesentlichen Energiekonsumenten. Mit der Bündelung unseres Spezialisten-Teams in Sachen Elektrifizierung, Brennstoffzelle und Batterie positionieren wir uns als starker Engineering-Experte und Anbieter von innovativen Lösungen neuer Antriebskonzepte für die Mobilitätswende. Sehr viel Potenzial sehen wir dabei auch in Technologien wie der künstlichen Intelligenz, etwa um herauszufinden, wann der Fahrer wie viel Strom im Akku benötigt oder um Daten über die Energieflüsse im Fahrzeug zu sammeln.

Was ist der aktuelle Stand und was sind die nächsten Schritte beim Mobilitätskonzept „EDAG CityBot“?

Unser CityBot-Konzept geht weiter. Im Rahmen des vom BMDV geförderten Projekts „Campus FreeCity“ erforschen wir bis 2024 in einer kontrollierten Umgebung in Frankfurt am Main den Praxiseinsatz einer vernetzten, autonom fahrenden Flotte. In dem Projekt können wir unsere Skills in der Entwicklung von autonom fahrenden Fahrzeugen, KI-Lösungen, Software und Digitalisierung bis hin zum klassischen Vehicle Engineering optimal einbringen. Die EDAG Group verantwortet in dem Projekt die Planung, Konzeption, Entwicklung und Fertigung der modularen und automatisierten CityBot-Roboterfahrzeuge. Darüber hinaus entwickeln wir für die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander eine Infrastrukturplattform, die sowohl das Operation Center als auch stationäre Infrastruktursensoren sowie das Auftrags- und Abrechnungssystem mit einer eigenen Leitsoftware verbindet.

Kommen wir zur Situation in der Branche: Zuletzt vermeldeten einige Engineering-Dienstleister eine Trendumkehr mit deutlichen Umsatzzuwächsen. Hat die EDL-Branche das Tal der Tränen bereits wieder durchlaufen?

Die Kernfrage in diesem Zusammenhang lautet: Wo ist der Mehrwert, den ich als EDL anbiete und ist dieser direkt proportional mit den Wachstumschancen am Markt? Wenn sich alle OEMs und Tier-1-Lieferanten stark auf die Themen Elektrik/Elektronik, Software und Digitalisierung fokussieren, dann müssen Sie auch als EDL ihr Portfolio auf die neue Marktnachfrage ausrichten. Unternehmen, denen das bereits gut gelungen ist, konnten zuletzt deutliche Umsatzzuwächse vermelden. Bei der EDAG Group investieren wir allerdings auch im klassischen Geschäft. So nutzen wir heute zum Beispiel in der Interieur- und Karosserieentwicklung verstärkt Methoden, die es uns ermöglichen, effizient zu entwickeln. Mittels künstlicher Intelligenz etwa können wir Bauteile deutlich schneller konstruieren als zuvor und somit auch klassische Dienstleistungen weiterhin am Standort Deutschland anbieten, statt diese nur in sogenannte Best-Cost-Countries verlagern zu müssen.

Verspüren Sie zunehmend auch Wettbewerbsdruck seitens der Tier-1-Lieferanten?

Die Grenzen in der Wertschöpfungspyramide der Automobilindustrie sind weniger trennscharf geworden. Viele Tier-1-Lieferanten haben einen Dienstleister akquiriert, etwa um Software in ihre Produkte schneller zu integrieren. Alles in allem gibt es aber noch genug Potenzial für unabhängige EDL wie die EDAG Group.

In der jüngeren Vergangenheit haben große Zukäufe das Marktgefüge der EDL-Branche verschoben. Wie bewerten Sie diese Entwicklung, und sieht sich die EDAG Group gezwungen nachzuziehen?

Der deutsche Markt für Engineering-Dienstleistungen ist nach wie vor sehr fragmentiert. In anderen Ländern hat die Konsolidierung deutlich früher stattgefunden. Die jüngsten Zukäufe sind der Tatsache geschuldet, dass es kaum noch Engineering-Dienstleistungen ohne IT-Kompetenzen gibt, und auch die Grenzen zwischen diesen Abteilungen bei unseren Kunden verschmelzen. Die EDAG Group sehe ich hier nicht unter Zugzwang, zumal es uns weiterhin gut gelingt, Talente für unser Unternehmen zu begeistern. Außerdem hat meine Vergangenheit mich gelehrt, nur dann ein Unternehmen zu kaufen, wenn ich absolut davon überzeugt bin, dass eins und eins drei ergibt und nicht 1,75. Weiterhin sind die Preise für Zukäufe aktuell sehr hoch.

Zur Person

Cosimo De Carlo, 49, hat in Rom „Ingenieurwesen Informatik“ studiert und zusätzlich einen Master-Abschluss in Business Engineering absolviert. An der St. Gallen Business School und an der Harvard Business School bildete er sich im Finanz- und strategischen Management weiter. De Carlo startete seine Karriere 1998 bei Daimler in Stuttgart und arbeitete dort bis 2000 in der Forschung & Entwicklung. Von 2001 bis 2018 war er für Altran tätig. Seit 2012 leitete er dort das globale Automobilgeschäft und zeichnete u. a. als CEO für Deutschland, Österreich und Tschechien verantwortlich. Seit April 2018 ist er CEO der EDAG Engineering Group AG.

Wo steht die europäische Automobilindustrie in zwei, drei Jahren? Und wie wird sich im Zuge dessen die EDAG Group verändern?

Geschichte wiederholt sich immer wieder. Wir kommen aus einer Phase der Globalisierung mit dem Outsourcing von Produktion in andere Länder. Nun erwarte ich eine Lokalisierungsphase, in der die europäische Industrie versuchen wird, ihre Abhängigkeiten von anderen Ländern und Märkten zu reduzieren. „Made in Europe“ wird an Bedeutung gewinnen.

Wir als EDAG Group setzen auf die „Glokalisierung“: Wir müssen weltweit tätig sein und werden die Internationalisierung weiter stark fokussieren. Gleichzeitig müssen wir die lokalen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden bedienen, schon alleine aufgrund der sehr unterschiedlichen Produktwahrnehmungen in den jeweiligen Ländern und Märkten.

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