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Engineering „EDAG Light Cocoon“: Von der Natur gelernt

| Redakteur: Jens Scheiner

Nach dem Erfolg des EDAG Genesis hat der Engineering-Spezialist EDAG seine Vision einer bionisch inspirierten Karosseriestruktur weiter konkretisiert. Das Ergebnis ist der „EDAG Light Cocoon“, der im nächsten Jahr in Genf vorgestellt werden soll.

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Der „EDAG Light Cocoon“ bestizt eine komplett bionisch optimierte Fahrzeugstruktur in Kombination mit einer Außenhaut aus wetterbeständigem Textil.
Der „EDAG Light Cocoon“ bestizt eine komplett bionisch optimierte Fahrzeugstruktur in Kombination mit einer Außenhaut aus wetterbeständigem Textil.
(Foto: EDAG)

Um die bionischen Bauprinzipien und Strategien der Natur umsetzen zu können, werden auch beim „EDAG Light Cocoon“ die Potenziale der generativen Fertigung genutzt. Das Fahrzeug sei nicht nur eine Konzeptstudie eines kompakten, dynamischen Sportwagens, sondern ein noch nie gesehener Ausblick auf den ultimativen Leichtbau der Zukunft:

Wie das Unternehmen mitteilte ist die Fahrzeugstruktur komplett bionisch optimiert in Kombination mit einer Außenhaut aus wetterbeständigem Textil. Eine Hinterleuchtungstechnik macht die skelettartige, organische Struktur sichtbar und erweckt den „EDAG Light Cocoon“ zum Leben.

Struktur aus dem 3D-Drucker

„Wir verfolgen die Vision der Nachhaltigkeit – so wie es uns die Natur vormacht: leicht, effizient , ohne Verschwendung“ erläutert EDAG Chef-Designer Johannes Barckmann. „Im Ergebnis zeigt der „EDAG Light Cocoon“ eine stabile verästelte Tragstruktur aus dem 3D-Drucker, die nur dort Material vorsieht, wo es tatsächlich gebraucht wird.“ Dabei wurde die Karosserie nicht als eine geschlossene Fläche betrachtet, sondern all das an Material entfernt, was für die speziellen Lastfälle nicht benötigt wird. Diese topologisch optimierte Ideal-Struktur wurde von den EDAG-Simulationsexperten statisch und dynamisch berechnet und damit als potenzielles Leichtbaukonzept bestätigt.

Die Natur als Vorbild

Für eine ebenfalls ultimativ leichte Außenhaut haben sich die Designer von einem Pflanzenblatt inspirieren lassen. Wie auch beim Blatt die ideale Struktur mit einer leichten Abschlusshaut überspannt ist, ist der „EDAG Light Cocoon“ mit einer Haut aus Textil überzogen. Mit an Bord bei diesem Konzept ist der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin. Sein Outdoor-Textil „Texapore Softshell“ schützt mit seinem wetterbeständigen, dehnbaren und erprobten Stoff das Concept Car vor Witterungseinflüssen. „Auch wenn es im ersten Moment futuristisch klingt, hat der Ansatz seinen ganz eigenen Reiz: das Material von Jack Wolfskin unterstützt mit einem Minimalgewicht von bis zu 19 g/m² maximale Leichtbauansprüche. Zum Vergleich: Der extrem belastbare Stoff ist 4x leichter als normales Kopierpapier.“, unterstreicht EDAG-Vorstand Jörg Ohlsen. „In Kombination mit der topologisch optimierten und generativ gefertigten Struktur ergeben sich große Potenziale und Impulse für den ultimativen Leichtbau der Zukunft.“

Das Fahrzeug soll 2015 auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert werden.

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