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Michelin Edouard Michelin ist tot

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Der Co-Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin, Edouard Michelin, 42, ist am Freitag beim Hochseeangeln vor der bretonischen Küste ertrunken.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Co-Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin, Edouard Michelin, 42, ist am Freitag beim Hochseeangeln vor der bretonischen Küste ertrunken. Das Unternehmen mit 130.000 Mitarbeitern werde von Michel Rollier, 60, weitergeführt, teilte die Groupe Michelin mit. Rollier war vor einem Jahr dem Konzernerben als Co-Chef zur Seite gestellt worden. Schon Rolliers Vater hatte Michelins Vater François Michelin als Co-Chef beigestanden.

Edouard Michelins Tod trifft das Familienunternehmen hart. Der Vater von sechs Kindern war zwei Jahrzehnte auf die Konzernführung vorbereitet worden und keiner seiner fünf Geschwister drängt sich als sein Nachfolger auf. Zum Berufsstart mit 22 Jahren hatte er gemäß der Familientradition zuerst am Band gestanden, bevor er über 21 Firmenstationen 1999 in die Konzernspitze stieß. Rollier gehört zum weiteren Sippenkreis.

Er war 1999 mir 33 Jahren Erfahrung aus der Papierindustrie im Rücken als Finanzchef zu Michelin gekommen. Als Kommanditgesellschaft auf Aktien bleibt Michelin vor feindlichen Übernahmen in Sicherheit. Der Konzern ist in 170 Staaten tätig und beherrscht 20 Prozent des weltweiten Reifenmarktes. Im ersten Quartal 2006 stieg der Umsatz um gut zehn Prozent auf vier Milliarden Euro. 2005 setzte Michelin 15,6 Milliarden Euro um und verdiente netto 889 Millionen Euro.

Der Konzern ist auch für seine Straßenkarten und Gourmet-Führer bekannt. Michelin war am Freitagmorgen mit dem Leiter des Fischerverbands von Audierne, Guillaume Normant, in einem 8,50 Meter langen Boot zum Angeln ausgefahren. Am Nachmittag wurde seine Leiche etwa zehn Kilometer nördlich der Insel Sein aus dem Meer geborgen.

Erst am Sonntag wurde das Wrack in 70 Metern Tiefe von einem Tauchroboter gefunden. "Es zeigt keine sichtbaren Schäden und die Kabinentür ist offen", erklärte die Meerespräfektur. Das Seegebiet westlich der Insel Sein gilt wegen seiner Riffe und unberechenbaren Strömungen als tückisch. Zur Zeit des Unglücks herrschte dichter Nebel. Der Tod des Firmenerben löste in Frankreich Trauer und Bestürzung aus. Präsident Jacques Chirac würdigte den Gestorbenen ebenso wie zahlreiche Vertreter von Verbänden.

Bei der Formel-1 in Monaco, wo Michelin das Weltmeister-Team von Renault sowie McLaren-Mercedes, Honda, Red Bull, BMW-Sauber und Scuderia Toro Rosso ausstattet, trugen die Mitarbeiter am Sonntag Trauerflor.