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Wiener Motorensymposium Effizienz und Downsizing waren die Top-Themen in Wien

| Autor / Redakteur: press-inform / Jan Rosenow

Effizienz und Downsizing waren die wichtigsten Themen auf dem Wiener Motorensymposium. Auf dem alljährlichen Treffen der Antriebsfachleute gab es einen Blick in die Zukunft der Mobilität.

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Top-Techniker wie VW-Chef Martin Winterkorn treffen sich alljährlich in Wien zum Gedankenaustausch.
Top-Techniker wie VW-Chef Martin Winterkorn treffen sich alljährlich in Wien zum Gedankenaustausch.
(Foto: VW)

Der Rahmen ist exklusiv. Auf der traditionsreichen Wiener Hofburg treffen sich jedes Jahr die Technik-Chefs der Automobilindustrie und stellen vor, was bald in jedem Fahrzeug verbaut sein wird. VW-Patriarch Ferdinand Piëch gehört zu den regelmäßigen Teilnehmern, Martin-Winterkorn ebenfalls. Das Duo ist nicht dafür bekannt, Zeit zu verbrennen. Das Treffen der Top-Ingenieure zeigt, wohin die Reise bei der Mobilität geht.

Nach wie vor steht die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ganz oben auf der Agenda. Der nächste Schritt der Turboaufladung steht kurz bevor, indem die elektrische Kraft genutzt wird, um den Turboladern auch bei ganz niedrigen Drehzahlen Beine zu machen und so die Fahrbarkeit zu verbessern.

Wie das Konzept eines solchen elektrifizierten Turboladers aussehen kann, zeigten Ford und die Zulieferer Schaeffler und Continental. Das Gasoline Technology Car (GTC) basiert auf einem Focus 1.0 Ecoboost mit einer neuen Motorsteuerung, einem zusätzlichen 48-Volt-Bordnetz und einer elektrifizierten Kupplung. Die kleine Elektromaschine unterstützt bei niedrigen Drehzahlen den Verbrennungsmotor und verbessert so das Ansprechverhalten. Das Resultat soll eine Kraftstoffersparnis um 17 Prozent sein. Und das, obwohl das Auto mit einer manuellen Sechsgangschaltung ausgestattet ist. Mithilfe eines beheizbaren Katalysators soll Euro 6c erreicht werden.

Neuer Sechszylinder-Diesel von Audi ist 13 Prozent sparsamer

Auch bei den guten alten Verbrenner-Triebwerken geht das Streben nach Sparsamkeit weiter: Audi-Technik-Chef Ulrich Hackenberg war der Stolz sichtlich anzusehen, als er den neuen 3.0-TDI-Motor präsentierte. Die Daten des V6-Triebwerks können sich sehen lassen: bis zu 200 kW/272 PS, ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern und dabei ein Verbrauch, der rund 13 Prozent unter dem des bisherigen Top-Selbstzünders liegen soll. Beim Audi A4 beschränkt sich so der Durst auf rund fünf Liter pro 100 Kilometer. Eine zweite Version des Aggregates wird 160 kW/218 PS stark sein.

Solche Daten schüttelt man nicht mal eben aus dem Ärmel, zumal die aktuellen Triebwerke ohnehin schon sehr genügsam sind. Das Geheimnis hinter dieser Verbrauchsreduzierung ist eine Kombination aus innermotorischer Reibungsminimierung, einer effizienteren Kühlung und neuen Aggregaten. Dazu gehören ein verbesserter Turbolader und eine vollvariabel arbeitende Ölpumpe. Weniger Reibung bedeutet weniger Verbrauch: Also reduzierten die Ingenieure die Friktion bei den Kolbenringen und den dazugehörigen Kolbenbolzen. Garniert wird das Ganze mit neuen Zylinderköpfen, die – ebenso wie das Kurbelgehäuse - getrennte Kühlwasserkreisläufe haben.

Das Thermomanagement wurde ebenfalls optimiert und sorgt dafür, dass der Motor schneller die Betriebstemperatur erreicht. Die Abgasnachbehandlung bleibt weiter im Visier der Techniker. Kompaktheit ist Trumpf. Deshalb haben die Audi-Ingenieure den NOx‑Speicherkatalysator mit einem Dieselpartikelfilter sowie der SCR‑Einspritzung in einer Bauteilgruppe zusammengefasst.

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