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Technik erklärt Ein Fingerzeig genügt: Wie Gestensteuerung funktioniert

| Autor / Redakteur: Michael Gebhardt/SP-X / Lena Bromberger

Mit einem Fingerkreisen in der Luft das Radio lauter drehen? Gestensteuerung macht es möglich. Die Technik kurz erklärt!

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Fahrer oder Beifahrer können bei der Gestensteuerung in der Luft bestimmte Handbewegungen ausführen, die von Kameras erfasst werden.
Fahrer oder Beifahrer können bei der Gestensteuerung in der Luft bestimmte Handbewegungen ausführen, die von Kameras erfasst werden.
(Bild: BMW)

Klassische Tasten und Schalter verschwinden immer mehr aus modernen Autos. Der Einzug von Infotainment-Systemen mit Touchscreen hat viele Knöpfe überflüssig gemacht, zusätzlich gibt es inzwischen häufig weitere, berührungsempfindliche Touchpads zur Befehlseingabe. Außerdem setzten die Autobauer vermehrt auf Spracheingabe-Systeme, über die sich beispielsweise ein Navigationsziel eingeben, ein Radio-Sender auswählen, aber auch die Temperatur einstellen lässt.

Vorreiter in der Gestensteuerung: BMW

Noch in den Kinderschuhen steckt dagegen die Gestensteuerung. Zwar arbeiten einige Hersteller mittlerweile mit Näherungssensoren, die erkennen, wenn man mit dem Finger in Richtung Touchscreen zeigt. Erst dann werden zahlreiche Schaltflächen auf dem Bedien-Display eingeblendet. Dass sich einzelne Funktionen aber tatsächlich mit Gesten in der Luft steuern lassen, ist noch selten. Vorreiter auf diesem Gebiet war BMW.

Schon seit einiger Zeit kann man in vielen Modellen der Münchner beispielsweise das Radio leiser oder lauter machen, in dem man mit dem ausgestreckten Finger in der Luft nach links oder rechts kreist. Mit einer Wischgeste lässt sich dagegen ein Anruf ablehnen oder die Verkehrsdurchsage im Radio abbrechen. Mitunter können bestimmte Gesten auch mit individuellen Funktionen belegt werden. Praktisch: Bei Mercedes erkennt das System, wenn man mit der Hand auf den unbesetzten Fahrersitz greift und aktiviert die Leselampe als „Suchlicht“. Zieht man die Hand wieder zurück, geht das Licht wieder aus.

Video: Gestensteuerung im BMW X7

Bei der Gestenerkennung wird auf 2-D- oder 3-D-Kameras gesetzt

Die Technik, die hinter der Gestensteuerung steckt, ist relativ simpel: Anders als bei reinen Näherungssensoren, die häufig mit Infrarot-Technik arbeiten, setzen die Hersteller bei der Gestenerkennung fast immer auf 2-D- oder 3-D-Kameras. Die sind in der Regel am Dachhimmel montiert und überwachen einen gewissen Bereich, üblicherweise über dem Mitteltunnel zwischen Fahrer und Beifahrer. Sämtliche Bewegungen in diesem Bereich werden erfasst, der Computer vergleicht dann die Geste mit gespeicherten Bewegungsmustern und weiß, was zu tun ist.

Oder auch nicht: Vor allem bei Gesten, die mehrere Bewegungsebenen umfassen, tun sich die Systeme noch schwer. Deswegen kann man beispielsweise auch noch bei keinem System mit der von Smartphones bekannten Zoom-Geste mit zwei Fingern in der Luft die Navi-Landkarte neu justieren.

Missverständnisse möglich

Außerdem kann die Technik kaum zwischen gewollten und ungewollten Gesten unterscheiden. Wer auf der Landkarte beispielsweise einen bestimmten Ort mit dem Finger „einkreist“, dreht dabei aus Versehen schon mal das Radio lauter. Und auch wer einen Fußgänger per Handzeichen über die Straße bittet, muss unter Umständen damit rechnen, ungewollt das nächste Lied der Playlist auszuwählen.

Vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz dürfte die Erfassung einzelner Gesten in den kommenden Jahren deutlich präziser werden. Dann werden wahrscheinlich auch mehr Autobauer die Gestensteuerung als Alternative zur Spracheingabe, Touchscreen und klassischen Schaltern anbieten. Dass es irgendwann allerdings gar keine Tasten mehr im Auto gibt, halten Experten für ausgeschlossen.

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