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Mercedes CLC 230 Ein Lifestyler für Aufsteiger

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Praktikant AM

Auf der Suche nach neuen, jungen Kunden hat Mercedes das allenfalls mittelprächtig erfolgreiche Sportcoupé der C-Klasse überarbeitet und ihm einen neuen Namen gegeben: CLC.

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Deutschland, Europa, nein eigentlich die halbe Welt ist im Castingfieber. Da macht Mercedes keine Ausnahme. Auf der Suche nach neuen, jungen Kunden haben die Stuttgarter das allenfalls mittelprächtig erfolgreiche Sportcoupé der C-Klasse überarbeitet und ihm einen neuen Namen gegeben: CLC.

Viele dürften sich in diesem Frühling bereits auf den neuen Mercedes CLK gefreut haben. Ein cooles Coupé auf Basis der prächtigen neuen C-Klasse. Ein Schwabe, der den beiden Dynamik-Beaus Audi A5 und BMW 3er Coupé Druck von hinten macht und das wenig emotionale aktuelle Modell auf Basis der alten C-Klassenbaureihe W 203 ablöst. Doch nichts wird es mit einem neuen CLK; der kommt frühestens im Sommer 2009.

Stattdessen präsentiert Mercedes als Einsteiger in die Coupéliga den vermeintlich neuen CLC. Doch bei ihm stammen nur einige Design- und Technikanleihen von der neuen C-Klasse. Unter dem leicht überarbeiteten Blechkleid gibt es das bekannte und bereits im Jahre 2001 vorgestellte Sportcoupé. Außer der neuen Mercedes-Front mit Lamellenkühlergrill und zeitgemäßen Leuchteinheiten vorn und hinten gibt es kaum etwas neues.

Wurde das C-Klasse Sportcoupé ehemals in Sindelfingen produziert, so kommt der CLC aus Brasilien. Während das Sportcoupé für die meisten Mercedes-Kunden oberhalb von A- und B-Klasse mehr ein Einstieg in die reale Mercedes-Welt ist, so positionieren die Stuttgarter den CLC nicht nur durch seinen Namenswechsel stärker am wachsenden Coupéarm des Konzerns. Ein Lifestyler für Aufsteiger.

Wenn schon keinen neuen CLK, dann soll wenigstens der CLC jüngere Coupékunden zu der Marke holen. „Der CLC 180 Kompressor startet bei 28.100 Euro. Damit gibt man den Einstieg in die Mercedes-Coupéwelt“, so Andreas Heindl, Produktsprecher des CLC, „den Vorgänger war ein überaus erfolgreiches Auto. Wir haben ihn mehr als 320.000 Mal verkauft.“ Für ihn spricht das ausgewogene Paket aus Motor, Getriebe, Karosserie und Image.

Überarbeiteter Motor und Direktlenkung

Doch längst muss sich der CLC nicht nur an der Konkurrenz, sondern auch an seinem größeren Bruder, der neuen C-Klasse, messen lassen. Die ist dem CLC in jeder Hinsicht deutlich überlegen. Damit es nicht nur bei optischen Modifikationen bleibt, gaben die Ingenieure dem 4,45 Meter langen Kompaktmodell leicht überarbeitete Motoren und die mit SL und SLK eingeführte Direktlenkung mit auf den Weg. Sie gibt es in Verbindung mit dem optionalen Sportpaket für 1.517 Euro zusammen mit 18-Zoll-Alufelgen und weiterer Details. Genau das richtige für das neue Topmodell von Mercedes.

Bei den Motoren dürften sich meisten Kunden auch weiterhin für die Versionen 200 Kompressor und 220 CDI entscheiden. Während der Kompressorbenziner die bekannte Leistungssteigerung von 163 auf 184 PS erfuhr und trotz mehr Leistung und Drehmoment auf 100 Kilometern nur noch 7,8 Liter Super verbraucht, muss der 220er Diesel mit altbekannten 150 PS auskommen. Die Leistungssteigerung um 20 PS blieb bei ihm auf der Strecke. Sparsam und angenehm fährt er sich trotzdem allemal, auch wenn ihm das Leistungsplus auch gegen die starke Konkurrenz gut zu Gesicht stehen würde.

Wer weniger will, wählt CLC 180 Kompressor oder CLC 200 CDI. Wer die seidige Sechszylinderliga liebt, kann sich mit CLC 230 und CLC 350 zwischen 204 und 272 PS entscheiden. Der kleinere Sechszylinder liefert trotz 2,5 Liter V6 kaum bessere Fahrleistungen als der größere Kompressor, doch Laufruhe und Kraftentfaltung lassen ihn deutlich besser dastehen. 0 auf 100 km/h in 8,4 Sekunden und 240 km/h Spitze rechtfertigen in Verbindung mit einem stattlichen Verbrauch von rund 9,5 Litern Super jedoch kaum den Mehrpreis von 3.000 Euro zwischen vier und sechs Zylindern - 200er und 230er. In jedem Fall sollte man den CLC 230 mit der 2.261 Euro teuren Siebengang-Automatik ordern. Dann reist es sich in der City und auf längeren Strecken besonders lässig. Der Basispreis für den CLC 230 liegt bei 32.516 Euro – ohne Automatik.

Der Innenraum des CLC zeigt sich im bekannt soliden Gesicht der alten C-Klasse. Die neue Generation lässt einiges etwas betagt aussehen. Doch veränderte Armaturenbrettapplikationen und die neueste Generation von Radio- und Navigationssystemen überspielen die gefühlte Mercedes-Historie. Die Serienausstattung der CLC-Generation umfasst unter anderem Sportsitze, Klimaautomatik, sechs Airbags, ESP und ABS.

Wer mehr Atmosphäre für den Innenraum möchte, dem seinen nicht nur helle Materialen und die 1.880 Euro Ledersitze, sondern auch das große Sonnenschiebedach empfohlen, das 1.713 Euro kostet. Die restlichen Sonderausstattungen sind Mercedes-typisch umfangreich. So lässt sich auch das Kompaktcoupé zum neuen Topmodell machen – zumindest optisch.

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