Handel mit Energie Ein weltweites Zertifikat für grünen Wasserstoff: Geht das?

Von Thomas Günnel

Wann ist grüner Wasserstoff „grün“? Die Deutsche Energie-Agentur und der Weltenergierat haben analysiert, ob es darauf weltweit eine Antwort geben kann; vor allem mit Blick auf den Handel mit dem Energieträger.

Wann ist Wasserstoff „grün“? International unterschiedliche Anforderungen erschweren eine einheitliche Zertifizierung.
Wann ist Wasserstoff „grün“? International unterschiedliche Anforderungen erschweren eine einheitliche Zertifizierung.
(Bild: RWE)

Marokko, Oman, Saudi Arabien: grüner Wasserstoff soll künftig auch von den Ländern exportiert werden, die weltweit über große Mengen erneuerbarer Energien verfügen. Eine Voraussetzung für den Handel ist, dass der Wasserstoff und seine Derivate zertifiziert sind. Ein weltweit einheitliches Zertifizierungssystem existiert jedoch bislang nicht.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) und der Weltenergierat Deutschland haben deshalb untersucht, ob und wie sich das ändern lässt. Im Januar stellten die beiden Gesellschaften ihre Ergebnisse vor: „Weltweit beobachten wir eine Bandbreite an regionalen Initiativen zur Zertifizierung von erneuerbarem Wasserstoff und seinen Derivaten. Diese variieren hinsichtlich ihrer Anforderungen an den Energieträger und seine Produktion. Unsere Analyse kam zu dem Schluss, dass ein einheitliches Zertifizierungssystem auf globaler Ebene schwer umsetzbar sein wird. Dies liegt vor allem daran, dass Länder oder Märkte mit besonders ehrgeizigen Kriterien für die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, etwa die Europäische Union, diese voraussichtlich nicht zugunsten eines global harmonisierten Systems aufgeben werden“, fassten Andreas Kuhlmann und Carsten Rolle zusammen. Kuhlmann ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Dena, Rolle leitet den Weltenergierat.