Wasserstoff-Verbrennungsmotor Einfach umrüsten? Prototyp für Trucks soll Design und Betrieb untersuchen

Autor: Thomas Günnel

Vor zwei Jahren begannen AVL und die TU Graz damit, einen Verbrennungsmotor für schwere Nutzfahrzeuge auf den Betrieb mit Wasserstoff umzurüsten. Jetzt läuft die Maschine auf dem Prüfstand.

AVL und die TU Graz testen den Wasserstoff-Verbrennungsmotor für schwere Nutzfahrzeuge auf dem Prüfstand.
AVL und die TU Graz testen den Wasserstoff-Verbrennungsmotor für schwere Nutzfahrzeuge auf dem Prüfstand.
(Bild: AVL)

AVL hat einen Prototypen eines Wasserstoff-Verbrennungsmotor für Schwerlastfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Nutzlast vorgestellt. Auf die Straße wird er nicht kommen, im Projekt geht es darum „zu zeigen, welches Potenzial ein Wasserstoffmotor in einem schweren Nutzfahrzeug hat: mit Blick auf Wirkungsgrad, Leistung und Dynamik; und darauf, kommende Schadstoffemissionsstufen einzuhalten“, beschreibt Bernhard Raser, Produktlinienleiter Nutzfahrzeug VKM-Antriebsstrang bei AVL. Der Motor wurde ab 2019 gemeinsam mit dem Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik der Technischen Universität Graz entwickelt – die ersten Umdrehungen mit Wasserstoff machte der Demonstrator im vergangenen Jahr.

Wir müssen NOx-Emissionen reduzieren, um die Schadstoffnormen einzuhalten. Eventuell müssen wir zusätzlich einen Partikelfilter einsetzen.

Die Basis war ein 12,8-Liter-Erdgasmotor mit 350 Kilowatt Leistung. Es folgten einige Modifikationen, „vor allem am Kraftstoffsystem. Das mussten wir für den Einsatz mit Wasserstoff überarbeiten. Dafür haben wir diverse Einblaseverfahren und die zugehörigen Brennverfahren analysiert“, erklärt Raser. Anschließend wurde die erste funktionsfähige Version des Motors mit einer Saugrohreinblasung und mit einer Niederdruck-Direkteinblasung ausgerüstet. Nun können die Entwickler an einem Motor die Vor- und Nachteile der jeweiligen Brennverfahren detailliert untersucht werden.

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Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE