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Tarifstreit Einigung bei Opel sichert deutsche Standorte

| Autor: Sven Prawitz

Opel hat sich mit seinen Beschäftigten auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Die Mitarbeiter verzichten auf Geld, im Gegenzug investiert der Hersteller in die deutschen Standorte und schließt betriebsbedingte Kündigungen aus.

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Opel konnte sich mit seinen Mitarbeitern auf einem Sanierungsplan einigen. Unter anderem Soll ab 2019 der Grandland X in Eisenach produziert werden.
Opel konnte sich mit seinen Mitarbeitern auf einem Sanierungsplan einigen. Unter anderem Soll ab 2019 der Grandland X in Eisenach produziert werden.
(Bild: Jens Scheiner)

Opel hat sich im Tarifstreit auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Der Automobilhersteller einigte sich mit den Sozialpartnern auf einen neuen Rahmenvertrag, der bis Juli 2023 läuft und ein Maßnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beinhaltet. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wird für die Laufzeit des neuen Vertrags verlängert.

Künftig soll die Anrechnung tariflicher Entgelterhöhungen auf übertarifliche Vergütungsbestandteile möglich sein. Außerdem entfallen die im Rahmen des IG-Metall-Tarifabschlusses 2018 vereinbarten Zusatzzahlungen, die ab Mitte 2019 wirksam werden, für die Laufzeit des Vertrags. Mögliche weitere Tariferhöhungen ab 2020 werden darüber hinaus für die Laufzeit des Vertrags in ihrer Wirksamkeit verschoben.

Marge soll auf zwei Prozent steigen

Im Vertrag verankert ist darüber hinaus der Abbau von 3.700 Stellen in Deutschland auf Basis der bereits gestarteten Freiwilligen-Programme. Laut Opel haben bereits rund 3.500 Mitarbeiter eines der Programme in Anspruch genommen.

Mit diesen Maßnahmen will der Hersteller wieder profitabel werden. „Eine wiederkehrende operative Marge aus dem Automobilgeschäft von zwei Prozent bis 2020 und sechs Prozent bis 2026“, strebt Opel-CEO Michael Lohscheller an.

Grandland X ab 2019 in Eisenach

Teil des Maßnahmenpakets sind Investitionen in die deutschen Standorte Eisenach, Rüsselsheim und Kaiserslautern sowie in das R&D Center. Als Teil dieses Investments wird ab Mitte nächsten Jahres der Grandland X in zwei Schichten im Werk in Eisenach produziert – inklusive einer Hybridversion, die 2020 folgen soll. Details zu den für die anderen deutschen Standorte geplanten Investitionen werde das Unternehmen zu gegebener Zeit veröffentlichen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Sozialpartner einigten sich zudem auf einen weiteren Schritt, um die künftige Rolle des Entwicklungszentrums Rüsselsheim im globalen PSA-Entwicklungsverbund zu definieren: Das Zentrum wird für die Entwicklung der nächsten Generation der EP-Motorenfamilie verantwortlich sein. Bereits zuvor wurden 15 Kompetenzzentren der PSA-Gruppe in Rüsselsheim etabliert. Darüber hinaus soll dort künftig jedes europäische Opel-Modell entwickelt werden.

Die 15 Kompetenzzentren der PSA-Gruppe am Standort Rüsselsheim.
Die 15 Kompetenzzentren der PSA-Gruppe am Standort Rüsselsheim.
(Bild: Opel)

Verkauft Opel Teile des Unternehmens?

Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ vom Dienstag (29. Mai) will Lohscheller den Hersteller tiefgreifender verschlanken, als bisher bekannt gewesen ist. Die Wirtschaftszeitung beruft sich auf zwei Insider, die bestätigten, dass der Verkauf von Unternehmensteilen im Raum stehe. Es handele sich dabei um die Antriebssparte, die Prüfstände, den Prototypenbau, den Werkzeugbau und das Testzentrum in Dudenhofen.

Die dadurch wegfallenden Kapazitäten sollen durch tiefgreifende Partnerschaften kompensiert werden. Auf Nachfrage des Handelsblatts erklärte ein Opel-Sprecher: „Es gibt keine Entscheidungen über etwaige strategische Partnerschaften oder den Verkauf von Teilen des R&D Centers in Rüsselsheim.“

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist