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Lieferantenmanagement Einkauf fit für die Zukunft machen

| Autor / Redakteur: Margit Kuther / Bernd Otterbach

Die Abhängigkeit der Unternehmen von ihren Lieferanten wächst. Die Annahme, dass andere Zulieferer eine entstandene Lücke bei Bedarf sofort ausfüllen können, erweist sich immer mehr als Trugschluss.

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Fällt ein Lieferant aus, gibt es häufig keinen Wettbewerber, der die benötigten Produkte in der nachgefragten Menge, der erwünschten Qualität und zur erforderlichen Zeit verlässlich liefern kann. Daher ist in Zeiten knapperer Rohstoffe und einer fortschreitenden ökonomischen Globalisierung die Installierung eines professionellen und zukunftsfähigen Lieferantenmanagements unerlässlich.

Wie Unternehmen ihren Einkauf professionalisieren können, verrät das Themendossier „Procurement Excellence – Die Zukunft des Einkaufs“ der Lünendonk GmbH.

Der Ausgangspunkt bestimmt die Strategie

Um bei einer Reorganisation des Einkaufs optimal vorgehen zu können, muss ein Unternehmen zunächst den gegenwärtigen Stand seines Einkaufsmanagements analysieren.

- Wie viele Zulieferer versorgen das Unternehmen?

- Was genau wird bezogen?

- Ist die Zusammenarbeit gefestigt, vielleicht sogar durch die Übertragung der Innovationskompetenz, oder sind die Produkte auch aus anderen Quellen zu beziehen?

- Bei welchen Produktgruppen lassen sich Einsparungen schnell und ohne Qualitätsverlust realisieren?

Anhand dieser Fragen sollten Unternehmen den eigenen Bedarf, den Markt und die möglichen Lieferanten untersuchen. Nach der Analyse der Ist-Situation Optimierungspotenziale identifizieren

Einen ersten schnellen Überblick über die Einkaufspreise ermöglicht seit 1997 die Linear-Performance-Pricing-Analyse (LPP-Analyse). Produkte und ihre Merkmale werden dabei über den Preis miteinander verglichen. Die LPP-Ergebnisse lassen sich anhand weiterer Verfahren und Analysen verifizieren und verdichten, um zu relevanten Erkenntnissen zu gelangen.

Nur komplettes Benchmarking liefert befriedigende Ergebnisse

„Diese beiden ersten Analyseschritte können jedoch lediglich Potenziale aufzeigen. Es mangelt dann in der Regel noch an konkreteren Ansatzpunkten, die nur durch ein umfassendes Benchmarking zu ermitteln sind“, stellt Thomas Lünendonk, Inhaber der Lünendonk GmbH und einer der Autoren des Themendossiers, fest. „Ein systematisches Benchmarking erfordert zwar einen wesentlich höheren Aufwand als das Feststellen der Ist-Situation oder eine LPP-Analyse, liefert dafür aber auch deutlichere Lösungsansätze.“

Die Vorteile eines professionellen Benchmarkins

Über ein professionelles Benchmarking kann ein Experte neben Kostenvorteilen auch unterschiedliche Prozesse überprüfen und Alternativen durchspielen. Es besteht aus mehrfachen Vergleichsschleifen, die schließlich eindeutige Lösungswege aufzeigen.

„Allmählich setzt sich eine Unterscheidung zwischen strategischem und operativem Einkauf durch. Dabei kümmern sich die Strategen um die Beschaffungsinfrastruktur“, erläutert Jörg Hossenfelder, Geschäftsführender Gesellschafter der Lünendonk GmbH, „der operative Einkauf dagegen übernimmt das Tagesgeschäft. Dabei achtet er vor allem auf das Einhalten von Verträgen.“

Erfahrung und Neutralität: Die Vorteile der Kompetenz von außen

Ob sich der komplizierte Analyse- und Umsetzungsprozess in Sachen Procurement allein intern durchführen lässt, muss jedes Unternehmen kritisch prüfen. Für die heutigen Anforderungen an Einkaufsabteilungen benötigen Unternehmen entsprechend ausgebildetes Personal, das mögliche Veränderungen auch professionell gleichermaßen nach innen (Geschäftsleitung, Mitarbeiter) und außen (Lieferanten) kommunizieren kann.

Jörg Hossenfelder sieht hier deutliche Vorteile durch externe Unterstützung: „Das Lieferantenmanagement ist eine klassische Beratungsleistung, weil der Blick von außen gerade beim Procurement neue Perspektiven bietet und neue Potenziale erschließen hilft. Durch Interim Management sind externe Managementberater zudem in der Lage, die Umsetzung zu übernehmen. Dabei stützen sie sich auf Erfahrungen aus ähnlichen Projekten.“

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