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KACO new energy Einstieg in die Autobranche

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Solar-Wechselrichter-Spezialist Kaco new energy hat im Juli 2010 am Hauptsitz in Neckarsulm ein Automotive-Werk in Betrieb genommen.

Mit der Entwicklung von Komponenten für die Automotive-Industrie will das Unternehmen sein Portfolio erweitern. In dem 1.750 Quadratmeter großen Gebäude plant Kaco new energy, einen kompletten Antriebsstrang für Elektroautos zu entwickeln. Zu den neuen Produkten gehört auch ein für Volkswagen gebautes On-board-Batterieladegerät für das Hybrid-Modell Golf TwinDrive. Das Gerät sei das erste Ladegerät, das Energie bidirektional übertrage und auch in das öffentliche Netz zurückspeisen könne, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

„Mittelfristig werden wir sehr viele Elektroautos über ganz Deutschland verteilt haben“, sagte Volker Dietrich, Automotive-Bereichsleiter bei Kaco new energy. „Da liegt es nahe, die Batterien der Autos als virtuelle Speicher zu nutzen.“ Ein Großteil der PKWs parkt täglich länger als 23 Stunden. In dieser Zeit werden sie mit regenerativer Energie geladen. Elektroautos könnten aber auch als Energiespeicher fungieren und Energie bei kurzfristig auftretenden Bedarfsspitzen, z. B. in der Mittagszeit, wieder in das Netz zurückspeisen. Dazu ist ein bidirektionales Ladegerät nötig, das Energie in beide Richtungen speisen kann. Kaco new energy ist derzeit das erste Unternehmen am Markt, das ein solches Gerät anbietet. „Diese Formen von dezentraler Speicherung sind ein wesentlicher Baustein des zukünftigen, auf erneuerbaren Energien ausgelegten Energienetzes“, erklärte Geschäftsführer Ralf Hofmann das Engagement von Kaco new energy.

Weniger Schnittstellen in der Leistungselektronik

Die wesentlichen „leistungselektronischen“ Komponenten eines Elektroautos bestehen aus dem Traktionswandler, der die in der Batterie gespeicherte Gleichspannung in Wechselspannung umwandelt und somit für den Vortrieb des Fahrzeuges verantwortlich ist, dem Bordnetzwandler, der die sonstigen im Auto vorhandenen 12 Volt Verbraucher versorgt, und dem Batterieladegleichrichter, der es möglich macht, Elektro- und Hybridautos an einer normalen 230 Volt Netzsteckdose zu laden. Aktuell arbeiten die Automotivespezialisten von Kaco new energy an der Integration von Traktionswandler, Batteriegleichrichter und Batterieladegerät in einem Gehäuse. So könnten die nötigen Schnittstellen zwischen diesen Bauteilen minimiert und potenzielle Fehlerquellen reduziert werden.

Zweites Standbein

„Mit unserem neuen Werk stellen wir die Kapazitäten in Entwicklung und Fertigung zur Verfügung, die die Automobilwirtschaft zukünftig benötigen wird“, so Hofmann weiter. „Die Automotive-Sparte soll unser zweites Standbein werden.“ Das Unternehmen verfügt bereits über einen Geschäftsbereich Industrie- und Bahnstromversorgungen, der seit über zehn Jahren Geräte für die Stromversorgung von Schienenfahrzeugen herstellt.

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