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Renault Einstieg in die Diesel-Oberklasse

| Redakteur: Jan Rosenow

Renault hat einen neuen V6-Turbodiesel entwickelt. Das 235 PS starke Triebwerk soll eine Vielzahl von Fahrzeugmodellen der Allianz Renault-Nissan antreiben und auch in den USA zum Einsatz kommen.

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Der französische Autohersteller Renault hat seinen ersten selbst entwickelten V6-Turbodiesel vorgestellt. Das Common-Rail-Triebwerk mit drei Litern Hubraum leistet 173 kW/235 PS und gibt ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern ab. Es erfüllt die ab 1. September 2009 geltende Euro-5-Abgasnorm – Käufer müssen bis Ende 2010 keine Kfz-Steuer zahlen und sparen bis zu 370 Euro.

Trotz sportlicher Fahrleistungen soll das Aggregat laut Renault zeitgemäß genügsam sein: Der kombinierte Durchschnittsverbrauch beträgt im neuen Laguna Coupé 7,2 Liter je 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen liegt bei 192 Gramm je Kilometer.

Partikelfilter mit Nacheinspritzung

Der Dieselpartikelfilter kann die turnusgemäß notwendige Regeneration in jeder Verkehrssituation ausführen – also auch bei geringen Drehzahlen und im stop-and-go-Verkehr. Der Filter erzeugt die erhöhte Temperatur durch eine zusätzliche Kraftstoffeinspritzung in den Abgastrakt.

Zwischen Oxikat und Filter sitzt eine Einspritzdüse, die unabhängig vom Motor arbeitet. Sie startet eine kontrollierte Nachverbrennung, die große Hitze erzeugt. Dieser Wärmeschub verbrennt die angesammelten Partikelablagerungen, sodass der Partikelfilter über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs ohne zusätzliche Wartung oder Additive auskommen soll.

Diesel für die USA

Weil der Allianzpartner Nissan den neuen Motor auf dem amerikanischen Markt verwenden will, muss das Aggregat zudem die extrem strengen kalifornischen Grenzwerte einhalten. Zur Reduktion der Stickoxide ist dann der Einsatz eines SCR-Katalysators (Selective Catalytic Reduction) vorgesehen. Weitere Technikfeatures sind die Piezo-Einspritzdüsen, die einen Einspritzdruck von 1.600 bar erzeugen, ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, der Einsatz einer Steuerkette für den Ventiltrieb und die gekühlte Abgasrückführung.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Für Renault ist das neue Triebwerk ein vorbildliches Beispiel für die Kooperation der Renault-Nissan-Allianz: Der Motor wurde von Renault entwickelt und wird in Fahrzeugen der Marken Renault, Nissan und Infiniti zum Einsatz kommen. Für jede Marke allein wäre der Aufwand nicht wirtschaftlich darstellbar gewesen. Das gemeinsame Vorgehen hat das Gesamtinvestitionsvolumen laut Unternehmensangaben auf 180 Millionen Euro gesenkt.

Der Motor lässt sich sowohl längs als auch quer einbauen und soll Limousinen, Coupés und SUV antreiben. Geplante Modelle sind unter anderem Laguna Coupé und Grandtour, Nissan Pathfinder, Murano und Navara sowie Infiniti EX, FX und M.

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