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Elektrorheologie Elektrisch aufgeladener Kraftstoff

| Redakteur: Bernd Otterbach

Mit einem einfachen Gerät haben US-Forscher nach eigenen Angaben den Kraftstoffverbrauch eines Dieselmotors um bis zu 20 Prozent gesenkt.

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Die kostengünstige Apparatur, die den durchfließenden Treibstoff elektrisch auflädt, lasse sich in jedes Fahrzeug einbauen, auch Benziner könnten davon profitieren, schreiben die Physiker um Rongjia Tao von der Temple Universität in Philadelphia, Pennsylvania, im Fachmagazin Energy & Fuels.Ein entsprechend ausgerüsteter Mercedes-Benz 300D steigerte seine Reichweite in einem sechsmonatigen Praxistest von 13,6 auf 16,2 km/l auf der US-Autobahn – ein Plus von 18,75 Prozent. Der Verbrauch sank damit von 7,4 auf 6,2 l/100 km. In der Stadt sei die Spritausbeute nicht ganz so stark gestiegen, aber immer noch um 12 bis 15 Prozent, berichten die Physiker.

Elektrisch aufgeladener Kraftstoff

Das kleine Gerät besteht aus einem wenige Zentimeter langen Zylinder, der vor der Einspritzdüse eingebaut wird. In seinem Inneren herrscht ein starkes elektrisches Feld, der durchfließende Treibstoff wird elektrisch aufgeladen. Das Feld benötige nur sehr wenig Strom. Die abstoßende Wirkung der elektrischen Ladung lasse den Sprit dünnflüssiger werden, und es würden wesentlich kleinere Tröpfchen in den Motor eingespritzt, die viel effizienter und sauberer verbrennen, erläutern die Forscher. Entsprechend stieg die Motorleistung des Dieselautos im Labor bei fester Spritzufuhr um 20,4 Prozent. Zugleich sank auch der Anteil giftiger Stickoxide (NOx) im Abgas.

Die Apparatur eignet sich nach Ansicht der Forscher auch für Benzinmotoren. Die Leistungssteigerung dürfte dort allerdings geringer ausfallen, da Benzin von vorneherein dünnflüssiger ist als Diesel.

dpa/AI

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