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Evonik Elektro-Sportwagen unter 1.000 Kilo

| Redakteur: Bernd Otterbach

Evonik stellt auf dem Bochumer Car-Symposium den Leichtbau-Elektro-Sportwagen Elise-E vor, der mit einer neue Speichertechnologie, Leichtbaukomponenten und rollwiderstandsreduzierten Reifen ausgestattet ist.

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Die Eckdaten des Leichtgewichts: 950 Kilo schwer, eine Leistung von 150 kW und eine Beschleunigung von 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h bei einer Höchstgeschwindigkeit von abgeriegelten 200 km/h.

„Mit dem Wagen zeigen wir der Automobilindustrie,“ so Klaus Hedrich, Leiter des Automotive Industry Teams von Evonik, „was alles mit unserer Chemie-Expertise möglich ist.“ Neue Speichertechnologie, Leichtbaukomponenten und rollwiderstandsreduzierte Reifen kommen in dem Fahrzeug zum Einsatz und sorgen dafür, dass ein solcher Sportwagen erstmals ein Gewicht von 1.000 Kilogramm unterschreitet. Damit zeige Evonik auch, dass Elektro-Autos, die bisher vornehmlich als City-Fahrzeuge zum Einsatz kommen, auch das Sportwagensegment bereichern können.

Der Wagen ist eine Kombination aus Fahrzeugteilen mit Spezialchemie des Essener Konzerns und Autotechnik der britischen Sportwagenschmiede Lotus. Für die nötige Leistung sorgt eine Lithium-Ionen Batterie mit der Cerio-Speichertechnik. Ein Kernstück dieser Batterie ist der keramische Hochleistungsseparator Separion, hauchdünn und extrem hitzebeständig. Er trennt die Anode von der Kathode und soll dabei mit weiteren Komponenten Maßstäbe für Lithium-Ionen-Zellen in punkto Zyklenfestigkeit, Leistungsabgabe und Sicherheit setzen. Zudem ermöglicht er eine sehr kompakte Bauweise der Batteriezellen – und so eine hohe Energiedichte bei geringem Gewicht.

Sandwichbauweise mit dem Strukturschaum und Kohlenstofffasern

Die Karosserie des Elektro-Renners ist mit Evonik-Technologien auch gewichtsreduziert. Die Sandwichbauweise mit dem Strukturschaum Rohacell und Kohlenstofffasern machen die Karosserie um 60 bis 70 Prozent leichter als ein vergleichbares Stahlkonstrukt. Dabei setzte Evonik erstmalig ein Injektionsverfahren mit neuer Epoxyformulierung auf Basis der Vestamin-Härtertechnologie ein. Es ermöglicht Class-A Oberflächen und eine qualitätssichere Herstellung von Composite-Karosserieteilen für die Serienfertigung. Seitenscheiben aus Plexiglas sparen noch einmal Gewicht, um 40 bis 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Autoscheiben aus Glas. Neben dieser Gewichtsreduktion sind laut Evonik weitere Pluspunkte der Scheiben die Transparenz, die gute Witterungsbeständigkeit, die Akustik sowie die Formbarkeit.

Ausgestattett ist der Elektro-Elise mit speziellen Leichtlaufreifen, die mit Hilfe des hochleistungsfähigen Silica Ultrasil und des Silan Si 363 enwickelt wurden. Durch sie sinke der Rollwiderstand der Pneus um rund 20 Prozent, so das Essener Unternehmen weiter. Dadurch ergebe sich eine Energieeinsparung von etwa fünf Prozent.

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