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Opel-Chef Elektroantrieb ohne Alternative

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm/dpa / Gerd Steiler

Die Enticklung und Produktion von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hat einen hohen Stellenwert für New Opel. Vor allem für den chinesischen Markt ist diese Know-how wichtig.

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Opel-Chef Nick Reilly erwartet einen Aufschwung für den OEM nach dem Ende der Krise der Muttergesellschaft General Motors. „Wir haben eine schwierige Phase abgeschlossen, nun wollen wir den Blick auf Wachstum und neue Produkte richten“, sagte Reilly auf einer Tagung des Handelsblatts am Freitag in München.

Reilly bekräftigte den Willen des Automobilherstellers, mittelfristig rund elf Milliarden Euro in die Entwicklung des Produktangebots und die Restrukturierung des Unternehmens zu investieren. Alternative Antriebe sollen einen entscheidenden Anteil an dieser Wachstumsstrategie haben.

Der Opel-Chef erinnerte in München daran, dass Opel neben dem Elektroantrieb auch weiter an der Brennstoffzelle arbeite. Eine Testflotte mit Hydrogen-4-Fahrzeugen sammle derzeit weltweit Informationen. Diese Technologie sei mit einer Reichweite von gut 400 Kilometern vor allem für Langstreckeneinsätze geeignet. Allerdings fehle es der Brennstoffzellen-Technologie ebenso wie dem Elektroantrieb bislang an der nötigen Infrastruktur.

Unsicherer Markterfolg in Europa

Die Erfolgschancen für Elektrofahrzeuge speziell in Europa sind Reilly zufolge schwer einzuschätzen. Neben staatlichen Programmen komme es auf die technologische Entwicklung an: „Der Markterfolg wird von Fortschritten in der Batterietechnik und der Reichweite abhängen“, so Reilly. Andererseits seien 80 Prozent der Autofahrer weniger als 50 Kilometer am Tag unterwegs. Eine solche Reichweite ist mit dem künftigen Opel Ampera im reinen Elektroantrieb zu erreichen.

Unabhängig davon gebe es zum Einstieg in die Elektrifizierung keine Alternative für Opel. Einerseits aus Umweltgründen, so Reilly, vor allem aber aus Konkurrenzgründen. In China würden Milliarden für den Elektroantrieb ausgegeben. „Wir wollen die chinesischen Hersteller nicht mit diesem Know-how ziehen lassen“.

Die chinesischen Fahrzeuge seien zwar überwiegend noch nicht weltmarktfähig. Doch würden die Hersteller schnell lernen, spätestens wenn der chinesische Markt versorgt sei. Eine weitere Gefahr für Hersteller ohne Elektrokompetenz sieht Reilly in der Möglichkeit, dass mittelfristig Verbrennungsmotoren aus Ballungszentren wie Shanghai verbannt werden könnten.

Mit neuen Technolgien zum „alten“ Image

Insgesamt sieht Reilly Opel nach dem Ende der Debatte um öffentliche Milliardenhilfen auf einem guten Weg. Die Entscheidung, die Sanierung des Konzerns ohne weitere staatlichen Hilfen voranzutreiben, erlaube es, sich nun vollständig auf diese schwierige Aufgabe zu konzentrieren.

Zugleich betonte der Opel-Chef, dass es neben der Restrukturierung vor allem darum gehe, das Image der Marke Opel wieder dorthin zu bringen, wo es einmal war. „Die größte Herausforderung dabei liegt in Deutschland“, sagte Reilly. Die Entwicklung und Anwendung neuer Antriebstechnologien könnte diese Image-Korrektur wesentlich befördern. Er sei zuversichtlich, dass die anziehenden Automärkte Opel helfen werden, die Ziele für die nächsten Jahre zu schaffen.

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