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Studie Elektroautos in der Imagefalle

| Redakteur: Jan Rosenow

Immer weniger Menschen würden ein Elektroauto kaufen, zeigt eine Studie von Continental. Gleichzeitig beweisen Zahlen von Nissan, dass der Alltagsnutzen der Stromer größer ist als gedacht.

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Elektroautos schaffen es nicht, den nötigen „Haben-will“-Reflex auszulösen.
Elektroautos schaffen es nicht, den nötigen „Haben-will“-Reflex auszulösen.
(Foto: Nissan)

Schlechte Zahlen sind die Hersteller von Elektroautos gewöhnt. Und auch Kundenbefragungen sind derzeit nicht geeignet, ihnen Mut auf künftig bessere Verkäufe zu machen. In der Continental-Mobilitätsstudie 2015 etwa bewertet eine klare Mehrheit der Befragten rein elektrisch betriebene Fahrzeuge zwar als besonders umweltfreundlich (72 %) und vernünftig (67 %). Kaufentscheidende Imagefaktoren wie Fahrspaß (26 %), attraktives Design (26 %) und Sportlichkeit (23 %) werden ihnen aber kaum zugebilligt.

Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Infas im Auftrag des Zulieferers Continental Autofahrer repräsentativ in Deutschland und den USA befragt sowie qualitativ in Frankreich, Japan und China. Darüber hinaus wurden Experten aus Wissenschaft und Automobilindustrie interviewt.

Im Vergleich zur letzten Befragung 2011 rechnen über alle Altersgruppen hinweg deutlich weniger Autofahrer damit, mittelfristig (vier bis zehn Jahre) ein reines Elektroauto zu nutzen. So sanken die Erwartungswerte in der Gruppe der 16- bis 30-Jährigen von 47 auf 34 Prozent und in der Gruppe der 31- bis 59-Jährigen von 46 auf 35 Prozent. Schwacher Trost: Bei Autofahrern ab 60 Jahren, einer kaufkraftstarken und autoaffinen Bevölkerungsgruppe, stagniert die Bereitschaft auf einem Niveau von 40 Prozent.

Leaf-Fahrer fahren deutlich mehr als der Durchschnitt

Wenig hilfreich angesichts der Kaufzurückhaltung der allermeisten Kunden ist da auch der Hinweis auf die hohe Zufriedenheit der wenigen, die ein E-Auto gekauft haben. Und auch, dass die Angst vor dem fehlenden Alltagsnutzen unberechtigt ist. Nissan – mit dem Modell Leaf der größte Hersteller von Elektroautos weltweit – hat die Fahrdaten seiner Kunden ausgewertet und kann belegen, dass die Leaf-Fahrer eine größere Jahresfahrstrecke zurücklegen als der Durchschnitt alle Autonutzer.

Leaf-Fahrer legen pro Jahr rund 50 Prozent mehr Strecke zurück als der europäische Durchschnitt.
Leaf-Fahrer legen pro Jahr rund 50 Prozent mehr Strecke zurück als der europäische Durchschnitt.
(Foto: Nissan)

In Deutschland ist der Unterschied zwar klein: 14.508 Kilometer pro Jahr im Vergleich zu 14.300. Spitzenreiter sind die Briten: Hier steht 16.848 Leaf-Kilometern ein Jahresdurchschnitt von gerade einmal 8.391 Kilometern gegenüber. Europaweit sind es 16.588 zu 10.818 Kilometern.

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