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EM4EM Elektromagnetische Verträglichkeit

| Redakteur: Bernd Otterbach

Bei elektrischen Fahrzeugantrieben steigt in Einzelfällen das elektromagnetische Störpotenzial um den Faktor 100 gegenüber klassischen Antriebskonzepten. Das Verbundprojekt EM4EM soll Abhilfe schaffen.

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Die aus edm elektromagnetischen Störpotenzial resultierenden Impulse haben Auswirkungen auf die regulären Sensor-, Steuer- und Kommunikationssysteme, deren Signale weiterhin im Milliwatt-Bereich verarbeitet werden. Um die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) solcher Geräte zu sichern, wurden bisher kostenintensive und schwere Abschirm- und Filtermaßnahmen eingesetzt, welche das Gewicht der Fahrzeuge erhöhen. Damit nehmen diese Maßnahmen unmittelbaren Einfluss auf die Reichweite der Elektrofahrzeuge.

Unter der Leitung von Audi haben sich deshalb OEMs, Zulieferer, Halbleiterhersteller und Universitäten aus acht europäischen Ländern zu einem Verbundprojekt EM4EM zusammen geschlossen, um EMV-gerechte Konzepte für Elektrofahrzeuge grundlegend zu erforschen. Ein Ziel des Verbundes ist es, Elektroniken zu entwerfen, die robuster gegenüber elektromagnetischen Einflüssen sind. Zum anderen sollen die Störaussendungen der leistungselektronischen Komponenten des elektrifizierten Antriebsstrangs (z.B. Pulswechselrichter, Gleichspannungswandler, elektrische Motoren) und der elektrisch-elektronischen Systeme des Fahrzeugs reduziert werden.

Die Zusammensetzung des interdisziplinären Projektkonsortiums soll es zum ersten Mal ermöglichen, die neuen auftretenden elektromagnetischen Störpotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu untersuchen und durchgängig zu vermindern. Beginnend bei den kleinsten Einheiten, den Schaltkreisen, über die Leiterplatte, den Komponenten und Steuergeräten sowie den Kabelsystemen bis zum Gesamtfahrzeug werden im Laufe des Projektes Entwurfs- und Designrichtlinien erarbeitet. Alle Untersuchungen an realen Technologien fließen in eine Simulationsplattform ein.

Durch die Zusammenführung von Messungen und Simulationen sollen internationale Standards hinsichtlich Messverfahren und Messtechnik gesetzt werden.

Das europäische Catrene-Verbundprojekt EM4EM wird in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung im Förderprogramm IKT2020 mit rund 7,2 Millionen Euro gefördert. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im EMV-Bereich soll eine der Schlüsselkomponenten sein, um den Standort Deutschland zum Leitanbieter für Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Die Ergebnisse von EM4EM werden zudem in Normungs- und Standardisierungsgremien eingebracht und in einen europäischen Masterstudiengang umgesetzt.

An dem Vorhaben EM4EM sind folgende Industriepartner beteiligt: Audi (Projektleitung und Koordination), Daimler, die Conti-Temic microelectronic GmbH, Bosch, Infineon, NXP Semiconductors, die Zuken GmbH sowie Elmos Semiconductor. Zudem sind die Universitäten Hannover, Erlangen-Nürnberg, Dortmund und die Hochschule Hamm-Lippstadt beteiligt.

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