Suchen

Produktion Elektromobilität in der Standard-Fertigung

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Claus-Peter Köth

Im März lief der erste Nissan Leaf „made in Europe“ vom Band. Um das weltweit meistverkaufte Serien-Elektroauto wird in der Fertigung im nordenglischen Sunderland wenig Aufhebens gemacht. Cleveres Produktdesign macht’s möglich.

Firmen zum Thema

Ein echter Brite: der Nissan Leaf wird seit März 2013 auch in Europa gefertigt: im nordenglischen Sunderland.
Ein echter Brite: der Nissan Leaf wird seit März 2013 auch in Europa gefertigt: im nordenglischen Sunderland.
(Foto: Tina Rumpelt)

Premierminister David Cameron hatte einen herzlich kurzen Auftritt: Er kam, sprach und ging. Und ließ die Fotografen mit gezückter Kamera verdutzt stehen. Die konnten nur noch das Auto, das nun ohne Polit-Prominenz auf der Bühne glänzte, in den Sucher nehmen. Nicht schlimm – denn um das Auto ging es ja schließlich. Der Nissan Leaf, mit rund 60.000 Einheiten das bislang weltweit meistverkaufte Elektroauto, wird nun – nach Japan und den USA – auch in Europa gebaut wird, genauer: im nordenglischen Werk Sunderland. Es ist mit einem Output von über 500.000 Fahrzeugen im Jahr die größte Autofabrik auf britischem Boden. 1986 begann der japanische Konzern dort mit der Automobilfertigung, mittlerweile sind über sieben Millionen Autos vom Band gerollt.

400 MIllionen Pfund für Elektromobilität

Cameron hatte nicht vergessen zu erwähnen, dass Nissan bis heute über 3,5 Millionen britische Pfund am Standort Sunderland investiert hat, an dem rund 7.000 Menschen Arbeit gefunden haben. Großbritannien fördert die Idee der „Green Mobility“: zum Beispiel durch Steuervorteile und Förderung privater Strom-Ladestationen. 400 Millionen Pfund werde die britische Regierung investieren, um Großbritannien „zum führenden Markt für Low-Emission-Fahrzeuge zu machen“, versprach der Premierminister.

Verbesserungen für den New Leaf

Das passte zum Tag, an dem der Stapellauf des Nissan Leaf, 2011 „World Car of the Year”, in Sunderland gefeiert wurde. Die wichtigsten europäischen Märkte für den Nissan Leaf sind Großbritannien, Frankreich, Skandinavien und die Benelux-Länder. Seit dem Marktstart im Jahr 2011 fanden in Europa rund 8.000 Leaf einen Käufer, allerdings nur 600 davon in Deutschland. Es sollen künftig deutlich mehr werden. Mit rund 100 Verbesserungen, Nissan nennt sie „updates“, geht der New Nissan Leaf an den Start. Mehr Reichweite, statt bis 175 nun 199 Kilometer, schnellere Ladezeiten, eine energieoptimierte Klimaanlage sowie mehr Kofferraumvolumen zählen dazu. Und das alles zu einem Preis, der im internationalen Vergleich für Aufsehen sorgt: ab 29.690 Euro, rund 3.000 weniger als das bisherige Modell. Für einen BMW i3 wird der Kunde wohl deutlich mehr bezahlen müssen.

(ID:39621950)