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Im Interview: Dr. Stefan Wolf Elring Klinger: Aktivitäten zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der Elring Klinger AG, über die aktuelle Geschäftslage und die vielfältigen Aktivitäten des Automobilzulieferers in Sachen Verbrauchs- und Emissionsreduzierung.

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Dr. Stefan Wolf: „Alternative Kraftstoffe würden uns ganz besonders freuen.“
Dr. Stefan Wolf: „Alternative Kraftstoffe würden uns ganz besonders freuen.“
(Elring Klinger)

Herr Dr. Wolf, Elring Klinger wächst seit Jahren stärker als der Branchendurchschnitt. Im Jahr 2011 haben Sie beim Umsatz erstmals die Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Wir haben unser Produktportfolio in den vergangenen Jahren sukzessive erweitert. Mit dieser Strategie ist es uns gelungen, in einem insgesamt nur moderat wachsenden Markt jährlich um fünf bis sieben Prozent zuzulegen. Das ist für uns ein gesundes Wachstum und führt zwangsläufig dazu, dass wir den Umsatz unseres Unternehmens binnen zehn Jahren verdoppeln.

Können Sie ein paar dieser Produkte nennen?

Vor 15 bis 20 Jahren war Elring Klinger ein reiner Hersteller von Flach- und Spezialdichtungen. Dann kam der Geschäftsbereich Abschirmtechnik hinzu, der heute mit rund 26 Prozent Anteil am Konzernumsatz der umsatzstärkste ist. Als nächstes starteten wir mit unseren Kunststoffgehäusemodulen. Dazu gehören zum Beispiel Ventilhauben und Ölwannen für Motoren oder Lagerschildgehäuse für das Getriebe. Dieser Bereich steuert heute rund 19 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Das überprproportionale Wachstum in der Erstausrüstung und in der Kunststofftechnik hält weiter an.
Das überprproportionale Wachstum in der Erstausrüstung und in der Kunststofftechnik hält weiter an.
(Automobil Industrie)

Zuletzt haben wir den Schritt gemacht vom reinen, klassischen Verbrennungsmotor hinein in die alternativen Antriebskonzepte. Etwa mit unseren Zellkontaktiersystemen für Lithium-Ionen-Batterien und unseren Bipolarplatten für die Brennstoffzelle.

Über alle Segmente hinweg entwickeln wir permanent neue Produkte, die unsere Wertschöpfung pro Fahrzeug erhöhen und die in irgendeiner Form zu tun haben mit Dichtung oder Abdichtung sowie mit unserer Werkzeugtechnologie, unserer Materialkompetenz und unserer Produktionstechnologie. Diese innere logische Brücke ist sehr wichtig, damit der Kunde sagt: „Denen traue ich das zu, die können das!“

Wie passt das neue Geschäftsfeld Abgasreinigung, entstanden durch die Übernahme der Hug-Gruppe im vergangenen Jahr, in diese Strategie?

Ziel der Übernahme ist es, mit Produkten weiter zu wachsen, die wir selbst noch nicht im Portfolio haben, die aber in unsere generelle Strategie der Verbrauchs- und Emissionsreduzierung passen. Darüber hinaus hilft uns die Hug-Gruppe dabei, die Abhängigkeit von der Automobilindustrie etwas zu verringern.

Gibt es da eine Zielmarke?

In den nächsten fünf bis sieben Jahren wollen wir etwa 25 Prozent unseres Umsatzes außerhalb der Automobilindustrie erwirtschaften, unter anderem mit den Abgasreinigungssystemen der Hug-Gruppe für Bau- und Landmaschinen, Offroadfahrzeuge, Schiffe sowie diverse stationäre Anwendungen. Wir wollen keine Abgasreinigungssysteme für Pkw herstellen – vielleicht können wir hier die eine oder andere Komponente zuliefern, etwa Partikelfilter.

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