Bilanz Elring-Klinger profitiert von anziehender Autokonjunktur

Autor / Redakteur: dpa / Marie Lücke

Bei dem Autozulieferer verbesserte sich die Auftragslage, Umsatz und Ergebnis gingen nach oben. Dennoch gibt es Unwägbarkeiten.

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Der Autozulieferer ElringKlinger verzeichnet auch im zweiten Quartal einen höheren Umsatz als im Vorjahr.
Der Autozulieferer ElringKlinger verzeichnet auch im zweiten Quartal einen höheren Umsatz als im Vorjahr.
(Bild: ElringKlinger)

Elring-Klinger lässt das Corona-Tal weiter hinter sich. Dank der weltweiten Konjunkturerholung von der Pandemie und der Belebung in der Autobranche verbesserte sich die Auftragslage deutlich, wie der Zulieferer am Donnerstag (5.08.) in Dettingen an der Erms mitteilte. Auch Umsatz und Ergebnis zogen im Vergleich zum Vorjahresquartal merklich an, in dem das Unternehmen noch schwer mit Einbußen wegen der Corona-Pandemie zu kämpfen hatte. An der Börse zeigten sich die Anleger jedoch wegen der beibehaltenen Jahresprognose enttäuscht.

„Die Quartalszahlen bestätigen, dass wir voll auf Kurs sind“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf laut Mitteilung. Auch das Sparprogramm zur Verbesserung der Effizienz wirke weiter. Der Konzernerlös kletterte zwischen April bis Juni im Vorjahresvergleich um 56 Prozent auf knapp 394 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich auf 23 Millionen Euro, im zweiten Quartal 2020 hatte der Konzern operativ noch einen Verlust von mehr als 32 Millionen Euro ausgewiesen. Damit schlug sich das Unternehmen im vergangenen Quartal besser als von Analysten erwartet.

Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn betrug unter dem Strich knapp acht Millionen (Vorjahr: -35,5 Mio.), allerdings fiel das Quartal deutlich weniger üppig aus als der Jahresauftakt 2021 mit einem Überschuss von fast 38 Millionen Euro.

Die Elring-Klinger-Aktie verlor am frühen Nachmittag deutlich und belegte mit einem Abschlag von mehr als sechs Prozent einer der letzten Plätze. JP-Morgan-Analyst Jose Asumendi lobte zwar, dass Elring-Klinger die Erwartungen übertroffen habe. Das Unternehmen habe aber wegen vieler Unwägbarkeiten bezüglich der Lieferketten den Gewinnausblick beibehalten. Auch Warburg-Experte Marc-René Tonn hält die aktuelle Konzernprognose für sehr konservativ. Vermutlich habe sich das Unternehmen aber entschieden, auch angesichts steigender Rohstoffkosten lieber vorsichtige Ziele zu formulieren, so der Analyst.

Teure Rohstoffe und fehlende Halbleiter

„Die Lage auf den Rohstoffmärkten ist angespannt, die Halbleiterengpässe können sich regional oder global auf die Produktionszahlen auswirken“, teilte das Management zum Ausblick weiter mit. Zudem verwies Elring-Klinger auf die mögliche Gefahr einer neuen Infektionswelle mit Covid-19 im weiteren Jahresverlauf, die das wirtschaftliche Geschehen wieder beeinträchtigen könne.

Das baden-württembergische Unternehmen war zuletzt nach der deutlichen Erholung zum Jahresauftakt etwas zuversichtlicher geworden und hatte im April seine Jahresziele etwas angehoben. Der Vorstand geht derzeit für das laufende Jahr davon aus, dass die Marge bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) zwischen rund 5 bis 6 Prozent liegen wird. Im Corona-Jahr 2020 war die Profitabilität auf 1,9 Prozent zusammengeschrumpft.

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