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InnoCaT Energieeinsparung als ganzheitlicher Ansatz

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Industrie-Lenkungskreis der Innovationsallianz „Green Carbody Technologies (InnoCaT)“ hat Forschungsergebnisse nach fast zwei Jahren Projektlaufzeit diskutiert.

Hintergrund war auch die Einschätzung der Ergebnisse für energie- und ressourcenschonende Produktionsprozesse in der Karosseriefertigung. Die erste Innovationsallianz im Bereich der Produktionstechnik hat zum Ziel, wesentlich energieeffizientere Technologien und Ausrüstung zu entwickeln und darüber hinaus bewertbar und planbar zu gestalten. Der Lenkungskreis tagte am 14. Dezemberam Fraunhofer IWU in Chemnitz.

Im Vordergrund der Allianz, der mehr als 60 Unternehmen angehören, steht der ganzheitliche Fertigungsprozess von Fahrzeugkarosserien. Angestrebtes Ziel ist es, ganz wesentlich Energie im Produktionsprozess einzusparen, um den Ressourceneinsatz und Kosten zu verringern sowie die globale Wettbewerbsfähigkeit der Automobilhersteller in Deutschland zu stärken. In fünf großen Verbundprojekten, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden, flankiert die Allianz die Aktivitäten der Unternehmen.

Der Lenkungskreis setzt sich aus elf Vertretern seitens der Industrie und Politik zusammen und soll die strategische Ausrichtung, die Ergebnisorientiertheit und Nachhaltigkeit der gemeinsamen Forschungsarbeiten stärken. Diesmal wurden Einzelergebnisse aus den 30 Teilprojekten als Summe für die ganzheitliche Betrachtung von Fertigungsprozessen im Karosseriebau präsentiert und diskutiert.

Dr. Uwe Krause, PTKA Projektträger Karlsruhe im Karlsruher Institut für Technologie, verdeutlichte, dass die Verbünde mit den Projekten die Aufgabe haben, bis 2020 Schwerpunkte für die Produktionstechnik im Karosseriebau zu setzen, die auch für zukünftige Forschungsarbeiten in Deutschland richtungsweisend sind. Den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis sah Udo Lütze von der Friedrich Lütze GmbH & Co. KG schon jetzt.

Ein vorgestelltes Teilprojekt beschäftigt sich mit der Reduzierung erforderlicher Ressourcen durch Verfahrenskombinationen. Durch die integrierte Fertigung des Stütz- und Innenteils einer Motorhaube, also durch die Einleitung des Fügeprozesses bereits in der Pressenlinie besteht die Option das Vorgehen auf zehn Prozent der Bauteile einer Karosserie anzuwenden. Ein weiterer verfolgter Ansatz ist die Prozessentwicklung Formschlagen. Dabei werden durch Materialeinsparung und Energieeinsparung an der Anlage während des Pressvorgangs bis zu 25 Prozent an Einsparpotenzial in Betracht gezogen.

Ein Referenzprojekt von »InnoCaT« beschäftigt sich im Karosseriebau mit der Fertigung der Innentür des Golf 6. Bei einer Live-Schaltung in die Produktionsanlage des Wolfsburger VW-Werks während des Treffenskonnten sich die Teilnehmer vom aktuellen und tatsächlichen Verbrauch an Energie überzeugen.

Neben einer öffentlichen Ergebnispräsentation im Sommer 2012 wird als wissenschaftlicher Abschluss von »InnoCaT« ein Kolloquium im Frühjahr 2013 vorbereitet.

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