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Volvo V60 PHEV Erst elektrisch, dann mit Diesel

| Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

In Sachen alternative Antriebe verhielt sich Volvo lange Zeit eher ruhig. Dafür bringen die Schweden nun eine Öko-Variante auf den Markt. Der Mittelklassekombi V60 vereint gleich drei Spartechnologien.

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Diesel, Elektromotor oder Hybridantrieb: Bislang liefen diese drei Spritspartechniken mehr oder weniger nebeneinander her. Volvo vereint sie nun in einem Fahrzeug. Der neue V60 Plug-in-Hybrid (PHEV) kann rein elektrisch fahren und soll auch bei erschöpften Batterien dank seiner auf dem sparsamen Selbstzünder basierenden Hybridtechnik genügsam unterwegs sein. Premiere feiert der Mittelklassekombi mit dem neuartigen Antrieb beim Genfer Autosalon (8. bis 18. März 2012), die Produktion soll im Herbst 2012 starten.

Die ersten 50 Kilometer fährt der Volvo rein elektrisch. Für den Antrieb sorgt ein 70 PS starker Elektromotor an der Hinterachse, den eine 11,2 kWh große Lithium-Ionen-Batterie mit Strom versorgt. Aufgeladen wird der Akku an der Haushaltssteckdose - abhängig von der Stromstärke sollen 3,5 bis 7,5 Stunden am Kabel für einen vollen Speicher reichen.

Verkaufsstart Ende 2012

Ist der Elektrizitätsvorrat verbraucht, schaltet sich ein 158 kW/215 PS starker Fünfzylinderdiesel an der Vorderachse zu. Der Fahrer kann über einen Schalter den Modus der Zusammenarbeit wählen und den Fokus entweder auf hohe Leistung oder einen geringen Verbrauch legen. Im Normzyklus soll der Kombi lediglich 1,9 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen. Darin eingerechnet ist aber bereits die rein elektrische Fahrt, im Hybridbetrieb dürfte der Verbrauch deutlich höher ausfallen. Arbeiten beide Motoren zusammen, entsteht ein elektrischer Allradantrieb. Das funktioniert allerdings nur bis zu einem Tempo von 120 km/h, danach schaltet sich der E-Motor ab, da seine Leistungsausbeute nicht mehr ausreichen würde.

Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2012 in Deutschland auf den Markt kommen, Vorbestellungen sind bereits im Frühjahr möglich. Ganz billig wird der Öko-Kombi aber nicht, 57.000 Euro verlangt Volvo, spendiert aber eine umfangreiche Ausstattung. Der Aufpreis gegenüber einem vergleichbaren Modell mit konventionellem Antrieb soll bei rund 5.000 Euro liegen.

„Einige hundert“ für Deutschland

Der Hightech-Volvo wird aber zunächst ein seltener Anblick bleiben. 2012 sollen lediglich 1.000 Fahrzeuge gebaut werden, bis 2013 soll der Ausstoß auf rund 6.000 Einheiten steigen. Etwa ein Drittel der Autos bleibt in Schweden, für Deutschland sind einige hundert Fahrzeuge pro Jahr vorgesehen.

Die Schweden sind die ersten, die eine derartige Antriebskombination auf den Markt bringen. Toyota bietet im kommenden Jahr eine prinzipiell ähnliche Technik an, der Prius Plug-in-Hybrid arbeitet allerdings mit einem Benziner an Stelle des Diesels. Der Japaner kommt im E-Modus rund 20 Kilometer weit, der Normverbrauch beträgt 2,2 Liter. Einen Diesel-Hybridantrieb bieten derzeit einzig Peugeot und Citroen in verschiedenen Pkw-Modellen an. Eine Plug-in-Funktion gibt es dort allerdings nicht, die Akkus können nur während der Fahrt per Bremskraftrückgewinnung geladen werden.

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