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Hella KG Hueck & Co Erst simulieren - dann realisieren

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Ein neues Fabrik- und Logistikkonzept hat die Hella KG Hueck & Co. am Standort Kocovce in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fabrikanlagen und Logistik erarbeitet.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Erst simulieren - dann realisieren Innovatives Fabrikkonzept am Hella-Standort Kocovce auf Basis eines virtuellen Modells. Ein neues Fabrik- und Logistikkonzept hat der Automobilzulieferer Hella KG Hueck & Co. am Standort Kocovce, Slowakei, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Universität Hannover erarbeitet. In allen Planungsinstanzen wurde dabei auf ein virtuelles Fabrikmodell zurückgegriffen. Neben Scheinwerfern für die Automobilindustrie fertigt der Zulieferer in Kocovce auch für den Kfz-Teilehandel.

Zunehmende Variantenvielfalt und kürzer werdende Produktlebenszyklen stellen das Unternehmen vor die logistische Herausforderung, auch weiterhin termingerecht liefern zu können. So hat sich zum Beispiel die Produktentstehungszeit von Automobilen innerhalb der letzten zehn Jahre teilweise halbiert. Gleichzeitig vergrößerte sich die Variantenvielfalt pro Modellreihe bei reduziertem Produktionsvolumen pro Modellvariante.

Kleine Stückzahlen und unregelmäßige Abrufe bestimmen die Fertigungsanforderungen für den Kfz-Teilehandel. Ein heutiger Fabrikstandort muss damit sowohl den Anforderungen einer Großserienproduktion für die automobile Erstausrüstung als auch den Anforderungen einer Kleinserienproduktion für den Handel gerecht werden. Für die Realisierung dieser Anforderungen haben die Lippstädter am Standort Kocovce in enger Zusammenarbeit mit IFA ein neues Logistikkonzept mit Produktionssteuerung, Produktionscontrolling, Lager- und Transportorganisation sowie Materialbereitstellung entwickelt und umgesetzt.

Entwicklungsbasis für die anfallenden Planungsaufgaben war erstmals ein virtuelles Fabrikmodell, das für alle konzeptionellen Entscheidungen zu Rate gezogen wurde. Das komplette Fabrikgeschehen mit Fertigungsstrassen, Werkzeugen/Maschinen, Produkten und Produktionsabläufen kann am PC-Bildschirm unter räumlichen und produktionstechnischen Aspekten simuliert werden. Hierfür entwickelten hauseigene Spezialisten die softwaregestützten Planungswerkzeuge.

Für die optimale Anordnung der einzelnen Betriebsmittel spielt zum einen das geometrische 3D-Modell der Fabrik eine entscheidenden Rolle. Es erlaubt bereits in einer frühen Planungsphase einen virtuellen Rundgang durch die konzipierte Fabrik.

So erhält der Planer unmittelbar eine konkrete Vorstellung von Platzverhältnissen zwischen Maschinen und Arbeitsplätzen, der Funktionalität der Gestaltung des Gebäudes insgesamt sowie möglichen innerbetrieblichen Logistikkonzepten. Als Basis für das 3D-Modell dienen die üblichen technischen 2D-Zeichnungen des Fabrikplaners, die ohne Mehraufwand umgewandelt werden können. Erreicht wird dies durch ein hohes Maß an Standardisierung der Fabrikstrukturen und einzelner Modellelemente.

Bei einer anderen Sichtweise auf das virtuelle Fabrikmodell können verfahrenstechnische Prozesse von Planern und Gestaltern mittels Ablaufsimulationen optimiert und um Computer erprobt werden. Hierdurch werden immer kürzere Entwicklungszeiten realisiert und der Wegfall früher üblicher Anlaufphasen kompensiert. Dank wachsender Rechenleistung kann das gesamte Fabrikgeschehen über mehrere Monate in wenigen Minuten analysiert werden.

Damit jeder Planer unabhängig und gegebenenfalls auch vor Ort Simulationstechniken anwenden kann, entwickelte das Unternehmen Anwendungen, die im Baukastensystem auf funktionsfähige Module zurückgreifen und aufgrund einfachster Handhabung in dieser Form ein Novum in der digitalen Planung darstellen.