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TRW Erster Auftrag für aktives Gurtschloss

| Redakteur: Bernd Otterbach

TRW hat den ersten Auftrag für sein aktives Gurtschloss (Active Buckle Lifter – ABL) erhalten. Es soll 2013 bei einem großen europäischen OEM in Serie gehen.

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Mit der Technologie sollen Komfort und Sicherheit verbessert werden: Einerseits wird Fahrzeuginsassen durch das automatische Anheben des Gurtschlosses das Anschnallen erleichtert. Andererseits sorgt das Herabsenken des Schlosses in dynamischen Fahrsituationen für reduzierte Gurtlose und eine sichere Fixierung des Insassen im Sitz. Das System wurde im Technologiecenter in Alfdorf bei Stuttgart entwickelt und wird 2013 bei einem großen europäischen Fahrzeughersteller in Serie gehen. Das Gurtschloss kommt dabei im Fond zum Einsatz, ist allerdings auch für die Vordersitze geeignet.

„Unser aktives Gurtschloss hilft Autofahrern und Insassen beim Anschnallen, indem es automatisch sieben Zentimeter nach oben fährt und somit besser erreichbar wird. Denn größere oder höhere Mittelkonsolen im Cockpit oder tief in der Sitzpolsterung liegende Gurtschlösser auf der Rückbank können das Anlegen des Sicherheitsgurtes erschweren“, erklärte Uwe Class, Senior Engineering Manager Active Restraint Systems bei TRW. „Insbesondere Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit profitieren vom ABL, da ein Verdrehen und Vorbeugen des Oberkörpers zum Finden des Schlosses überflüssig wird. Nach dem Anschnallen fährt das ABL automatisch in seine normale Position zurück.“

In dynamischen Fahrsituationen wird der Gurt durch Herabsenken des Schlosses gestrafft und die Gurtlose im Becken- und Brustbereich reduziert. Auf diese Weise kann der Insasse in einer kontrollierten Sitzposition gehalten werden. Die Gurtstraffung erfolgt auf Basis von vorhandenen Sensordaten der aktiven Sicherheitssysteme. In kritischen Fahrsituationen – zum Beispiel bei einer scharfen Bremsung oder bei Stabilitätsverlust – wird die Sicherheitsfunktion des ABL aktiviert. Der Gurt wird dann schnell um bis zu acht Zentimeter gestrafft, um den Insassen bei einem möglichen Unfall in der optimalen Position zum auslösenden Airbag zu halten.

„Technologien wie unser ABL werden für Fahrzeughersteller immer wichtiger“, so Claas weiter. „Denn wir glauben, dass die Nachfrage nach Komfortfunktionen im Fahrzeug unter anderem aufgrund der weltweit immer älter werdenden Bevölkerung steigen wird. Darüber hinaus hat die Europäische Kommission das Ziel, die Zahl der Unfalltoten bis 2020 zu halbieren. Vor diesem Hintergrund rücken aktive Sicherheitsfunktionen wie die automatische Notbremsung immer mehr in den Fokus der Industrie. Durch die Integration von aktiven Sicherheitssystemen mit unserer ABL-Technologie können Fahrzeughersteller die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Darüber hinaus können wir das Gurtschloss auch mit GPS-Daten integrieren, so dass die dynamische Unterstützung beispielsweise bereits vor dem Einfahren in eine Kurve aktiviert werden kann.“

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