Batterieentwicklung Erster Spatenstich für Forschungsfabrik Batteriezelle in Münster

Von Gerald Scheffels

680 Millionen Euro werden der Bund und das Land NRW in die Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster investieren. Eine aktive Beteiligung der Industrie ist ausdrücklich erwünscht.

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Gemeinschaftsarbeit schon beim Spatenstich. Bereits Ende des Jahres soll in Münster auf 3.000 Quadratmetern an der Batterieproduktion im Gigawatt-Maßstab geforscht werden.
Gemeinschaftsarbeit schon beim Spatenstich. Bereits Ende des Jahres soll in Münster auf 3.000 Quadratmetern an der Batterieproduktion im Gigawatt-Maßstab geforscht werden.
(Bild: Jens Könning)

Bund und Land meinen es erst ernst damit, die Batteriezellproduktion in Deutschland zu stärken. Denn genau diese Kompetenz soll in der Forschungsfabrik Batteriezelle (FFB) erforscht und gestärkt werden. Prof. Andreas Pinkwart, Wirtschafts- und Energieminister von Nordrhein-Westfalen: „Ziel der FFB ist der Aufbau einer eigenen strikt anwendungsorientierten Batteriezellproduktion in Deutschland und Europa – gemeinsam mit der Industrie. Bei dieser wichtigen Schlüsseltechnologie müssen wir mittelfristig unabhängig werden von Anbietern aus Fernost.“ Dabei haben die Verantwortlichen nicht nur die Elektromobilität im Blick, sondern auch stationäre Speicher, die als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende gelten. Hier, so Minister Pinkwart, werden ebenfalls eigene Produktionsverfahren benötigt.

Um den raschen Transfer in die Großserienproduktion zu fördern, ist die Forschungsfabrik als offene Einrichtung konzipiert. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Batteriezellproduktion können und sollen Industrieunternehmen alle oder ausgewählte Prozessschritte erproben und für ihre Zwecke optimieren – unter wissenschaftlicher Begleitung und an Produktionslinien bis in den Gigawatt-Maßstab.

Forschungsarbeit hat schon begonnen

Aktuell arbeiten und forschen bereits etwa 60 Menschen für die FFB. Dafür sind sie unter anderem im nur wenige Kilometer entfernten „FFB Workspace“ an einer Beschichtungsanlage für Elektroden aktiv, die später in die neue Wirkungsstätte umziehen soll.

Träger der Großforschungsanlage ist die „Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB“. Schon Ende dieses Jahres sollen dem Fraunhofer-Institut im ersten Bauabschnitt mehr als 3.000 Quadratmeter Fläche für den Aufbau von Forschungsanlagen zur Verfügung stehen. Weitere Ausbaustufen sind geplant und möglich: Das Grundstück ist 55.000 Quadratmeter groß.

Als Partner der FFB sind der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen sowie das MEET-Batterieforschungszentrum der WWU Münster und das Helmholtz-Institut Münster als eine Außenstelle des Forschungszentrums Jülich beteiligt.

Bekenntnis zur Batterie – und zum Forschungsstandort

Die Investitionssumme, die Bund (500 Millionen Euro) und Land (180 Mio. Euro) in die Hand nehmen, ist gewaltig, aus Sicht der Verantwortlichen aber notwendig. Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Wir brauchen die Forschungsfabrik Batteriezelle heute dringender als je zuvor. Sie ist weltweit einzigartig und wird eine zentrale Rolle im Batterie-Ökosystem in Deutschland einnehmen, indem sie den Transfer von neuen Batterietechnologien aus dem Labormaßstab in die industrielle Anwendung ermöglicht.“

Die FFB werde entscheidend dazu beitragen, dass in Deutschland innovative und nachhaltige Batteriewertschöpfungsketten entstehen: „Batterien sind ein Schlüssel für unsere technologische Souveränität und die Mobilität der Zukunft“, sagte Pirscher.  (kt)

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