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Beru Erwartungen übertroffen

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Beru hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 trotz Problemen bei der Frankreich-Tochter Eyquem die Analystenprognosen übertroffen und die Jahresprognose bestätigt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Automobilzulieferer Beru hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 (bis Ende März) trotz Problemen bei der Frankreich-Tochter Eyquem die Analystenprognosen übertroffen und die Jahresprognose bestätigt. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg rund 22 Prozent auf 11,8 Millionen Euro. Damit übertraf der Spezialist für Diesel-Kaltstart, Zündkerzen und Reifendruckkontrolle die von Analysten erwarteten 11,6 Millionen Euro.

Auch der Umsatz, den Beru um 23,2 Prozent auf 85,5 (69,4) Millionen Euro erhöhte, lag über der Prognose von 80,7 Millionen Euro. Wie das Unternehmen am Donnerstag, 19.08., in Ludwigsburg mitteilte, kletterte der Konzerngewinn um 20,3 Prozent auf 7,7 (6,4) Millionen Euro. Die Analysten hatten im Schnitt mit 7,6 Millionen Euro gerechnet. Weiter in den roten Zahlen steckt der 2003 übernommene französische Zündkerzenbauer Eyquem.

Umsatz soll 2004/05 insgesamt um 13 Prozent zulegen

Der Vorstandsvorsitzende Marco von Maltzan bestätigte die Jahresprognose "10x10". Das Unternehmen werde Erlöse und EBIT aus eigener Kraft um mindestens 10 Prozent ausweiten. Mit der im Geschäftsjahr 2004/2005 erstmals voll konsolidierten Eyquem werde der Umsatz insgesamt sogar um 13 Prozent zulegen. Dies würde im Vergleich zum Vorjahreswert einen Konzernerlös von rund 400 Millionen Euro bedeuten. Die EBIT-Marge lag, durch die kriselnde Eyquem um über einen Prozentpunkt belastet, im ersten Quartal bei 13,8 (14,0) Prozent. Rolf Woller von der HypoVereinsbank (HVB) kritisierte, Beru habe bei der operativen Marge die Gesamtkostenrechnung angeblich erneut nur auf den Umsatz bezogen, Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen und sonstige Steuern jedoch außen vor gelassen.

Konzern weist Kritik an der EBIT-Marge zurück

Woller sagte, seine Befürchtungen seien eingetreten, dass "die EBIT-Marge nach IFRS die erwarteten 15 Prozent nicht erreichen wird". Die HVB bestätige deshalb die Beru-Aktie mit "Underperform". Konzernsprecher Stephan Haas wies die Kritik als unbegründet zurück. Das Unternehmen habe umfassend bilanziert, trotz Eyquem sei die Marge fast gehalten worden. Die aktivierten Forschungs- und Entwicklungsleistungen nach IFRS hätten im Quartal 1,7 Millionen Euro betragen.

Das Unternehmen mit 2.672 (2.694) Beschäftigten, bei dem der auf Auto- und Rüstungsbeteiligungen spezialisierte US-Investor Carlyle Group 37,1 Prozent der Aktien hält, hatte im Geschäftsjahr 2003/2004 die Rechnungslegung von HGB auf IFRS umgestellt. Analysten bemängelten Informationspannen: Der Aktienkurs war daraufhin zur Jahresmitte von über 60 auf aktuell rund 55 Euro gesunken. Diesel weltweit auf dem Vormarsch Beru will im laufenden Geschäftsjahr die Kostenstrukturen weiter verbessern. Belastet werde die Ertragskraft durch den Preisdruck, den die Autokonzerne auf ihre Zulieferer ausübten.

Vor Steuern verdiente das Unternehmen im Quartal 12,8 Millionen Euro nach 10,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Auftragseingang legte um 19,6 Prozent auf 89,7 (75,0)Millionen Euro zu. Im Kerngeschäftsfeld Dieselkaltstarttechnologie stieg der Umsatz um acht Prozent. Wichtigte Kunden sind General Motors , DaimlerChrysler und VW. Den weltweiten Dieselmarkt sieht von Maltzan im Aufbruch: "Aufgrund der steigenden Dieselpenetration, des Aufholpotenzials der wichtigen Märkte Deutschland und Großbritannien und der mittel- bis langfristig guten Wachstumsperspektiven in Nordamerika und Asien erwarten wir weiterhin ein solides Wachstum unseres Kerngeschäftsfeldes."