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Kommentar „Es wird dauern, Opel bei PSA einzubetten“

| Autor: Claus-Peter Köth

Die Automobilindustrie bleibt auch im Jahr 2017 eine spannende Branche. Aktuell beschäftigen die Übernahmepläne des PSA-Konzerns von Opel die Wirtschaft. Ein Kommentar von »Automobil Industrie«-Chefredakteur Claus-Peter Köth.

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Claus-Peter Köth ist Chefredakteur der Fachzeitschrift „Automobil Industrie“.
Claus-Peter Köth ist Chefredakteur der Fachzeitschrift „Automobil Industrie“.
(Bild: Vogel Business Media)

Die USA halten die Automobilindustrie im Jahr 2017 weiter auf Trab. Zunächst war es der neue US-Präsident Donald Trump, der mit seinen vollmundigen Ankündigungen, unter anderem hohe Strafzölle auf mexikanische Autos erheben zu wollen, die Branche verunsicherte, dann überraschte GM-Chefin Mary Barra mit ihren Opel-Verkaufsplänen. Überraschend deshalb, weil Opel seine Verluste in Europa zuletzt deutlich verringern konnte. „Unser Kurs stimmt“, sagte Opel-CEO Karl-Thomas Neumann noch Anfang Februar im Zuge der Bilanzvorlage. Mit der Modelloffensive „7 in 17“ sollte 2017 ein tolles Jahr für die Marke werden. Mary Barra fehlte offensichtlich der Glaube daran. Sie trimmt GM seit drei Jahren auf Profit. Tradition und Größe spielen dabei keine Rolle. So hat sie sich bereits aus Russland, Australien, Thailand und Indonesien zurückgezogen. Nun könnte mit Europa der weltweit drittgrößte Automarkt an der Reihe sein.

Zustimmung für ihren Kurs erhält Barra von Moody’s. Die Ratingagentur glaubt nicht, dass es Opel mit der aktuellen Struktur in den nächsten fünf Jahren gelungen wäre, eine auskömmliche Kapitalrendite zu erzielen – zu umkämpft sei das europäische Volumensegment mit seinen Überkapazitäten und ruinösen Preiskämpfen. Was aber kann PSA besser machen? Von der Fusion mit Opel erhoffen sich die Franzosen zunächst einmal eine höhere Marktpräsenz in Deutschland und Großbritannien sowie Synergien in Einkauf, Entwicklung und Produktion – über die seit 2012 bestehende Kooperation hinaus.

Doch die Entflechtung von Opel und GM wird dauern, ebenso wie die Einbettung von Opel in den PSA-Konzern. Zeit, die PSA-Chef Carlos Tavares im Zuge der Elektrifizierung und Digitalisierung der Branche nicht haben wird. So scheinen in einem zweiten Schritt, nach Ablauf etwaiger Beschäftigungsgarantien, Jobverluste und Werksschließungen bei PSA/Opel programmiert – mit Vorteil Frankreich!

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 Claus-Peter Köth

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Chefredakteur