Suchen

Automobilmesse Essen Motor Show: Tuning und Raritäten

| Autor / Redakteur: Pressinform / Thomas Günnel

Tuning, PS-Protze und Driftkünste sind der natürliche Bestandteil der Essen Motor Show. Dennoch ziehen mehr und mehr die automobilen Schätzchen die Besucher in den Bann – nicht nur in der Sonderausstellung „70 Jahre Ferrari“.

Firmen zum Thema

Tuningfieber im Pott: Seit dem 26. November hat die Essen Motor Show geöffnet. Automobile Schätzchen und eine Sonderausstellung „70 Jahre Ferrari“ locken die Besucher.
Tuningfieber im Pott: Seit dem 26. November hat die Essen Motor Show geöffnet. Automobile Schätzchen und eine Sonderausstellung „70 Jahre Ferrari“ locken die Besucher.
(Bild: Messe Essen)

359.900 Besucher im Jahr 2015 können sich nicht irren: Die Essen Motor Show lebt. Bei stimmungsvoller, gefühlt 200 Dezibel lauter Musik, geschmückten Fahrzeugen und jeder Menge leicht bekleideter Engel, lässt sich der Start in die Weihnachtszeit kaum schöner begehen. Und auch in diesem Jahr, die 49. Essen Motor Show hält bis zum 4. Dezember Hof, sollte der Pott kochen. Macht er ja auch schon seit Jahren. Das Ruhrgebiet ist längst seiner grauen Vergangenheit entflohen und hat stark an sich gearbeitet.

Ein Autohersteller kann sich, obwohl er eigentlich gar nichts mit der Messe zu tun hat, ausnahmsweise zurücklehnen: VW. Denn bei dem, was an den zehn Veranstaltungstagen allein in der Motorsportarena an Abgasen aus den verchromten Endrohren der PS-Monster freigesetzt wird, kräht kein Hahn mehr nach den Diesel-Emissionen aus Wolfsburg. Die nur noch aus Reifenqualm und Abgaswolken bestehende Luft in Halle 7 erinnert dabei ein wenig an einen normalen Herbsttag in Chinas Hauptstadt Peking. Unzählige Schaulustige stört das nicht. Hauptsache, das Auto ihrer Träume driftet nur wenige Zentimeter an ihrem gezückten Smartphone vorbei.

galleryid=7103

Zu den kuriosesten Gefährten der ganzen Show zählen in diesem Jahr zwei ganz alte Schätzchen, die sich lustiger Weise in unmittelbarer Nähe zum „Tune it Safe“-Stand und dem dort präsentierten Ford Mustang-Polizeiwagen befinden. Der Neuseeländer Gordon Tronson präsentiert seinen Pick-up Ford Ecoliner aus dem Jahr 1962 mit vier Ford-V8-4,6-Liter-Motoren auf der Ladefläche. Das Leistungsergebnis kann sich durchaus sehen lassen: 4.055 PS. Sein Tank auch: 150 Liter. Noch stärker und mit 83 Litern pro Minute auch ein wenig durstiger ist ausgerechnet ein Volkswagen. In dem Boliden ist kein Diesel am Werk, sondern der Viper-535-Jet-Motor von Rolls Royce mit 5.069 PS, der in einem VW von 1958 steckt. In der Theorie könnte das PS-Monster des Briten Perry Watkins 430 Kilometer pro Stunde schaffen.

Wenige große Neuheiten

Namhafte Aussteller wie Abarth, BMW, Ford, Peugeot, Renault und Skoda sind zwar in diesem Jahr auch wieder am Start, haben allerdings wenig nennenswerte Neuheiten mitgebracht. Der Ford Ranger Beach Patrol und der Peugeot 3008 GT sind in Deutschland zum ersten Mal live zu sehen. Eine echte Weltpremiere ist jedoch ausschließlich in Halle 3 auf dem Porsche-Motorsport-Stand zu bestaunen. Denn das dort ausgestellte Aggregat des erstmals in Deutschland zu sehenden Porsche 911 GT3 Cup kommt auch im Porsche GT3 zum Einsatz – den der Hersteller im nächsten Jahr auf dem Genfer Automobil Salon vorstellt. Bei Skoda dürfen Besucher ein paar Momente im Renntempo hinter dem Steuer eines Rallye-Wagens erleben. Im Simulator versteht sich. Wer selbst und vor allem in der Realität spektakulär driften möchte, findet in der Galeria beim Razor-Stand sein Traum-Objekt. Das rund 400 Euro teure und 27 Kilometer pro Stunde schnelle Crazy Cart XL ist nun auch in Deutschland erhältlich und kann auf der Essen Motor Show auf einem kleinen Parcours getestet werden. Ein wenig mehr Mut erfordert ein Selbstversuch des 13 Kilometer pro Stunde schnellen Razor Hovertrax 2.0.

Frisch aus der Simulation in Form gefräst sind in Halle 3 mehrere Kreationen weltbekannter Automobil-Designer. Ob Concept Car, Prototyp oder Studie – die Modelle aus den Federn von David Brown Automotive, Halcon Super Sport, Italdesign Giugiaro, Rinspeed und Zagato laden zum Träumen ein. Dass aus Träumen auch schnell Realität werden kann, zeigt sich am Speedback GT, dem ersten Auto der Manufaktur David Brown Automotive. 100 Exemplare sollen tatsächlich entstehen. Wer also in den nächsten Monaten nicht weiß, was er mit herumliegenden 585.000 Euro anstellen soll, kann sich an die Briten halten. Die Technik des Speedback GT basiert auf dem Jaguar XKR mit seinem 5,0 Liter großen und 510 PS starken V8-Kompressormotor.

galleryid=7103

Wem solche Fahrzeuge viel zu modern sind, der findet auf der Essen Motor Show sein Glück im „Classic und Prestige“-Salon. Der seit 35 Jahren zum festen Bestandteil der Messe gehörende Salon zählt für viele Besucher mittlerweile zum Hauptgrund ihres Kommens. Auf über 8.100 Quadratmetern in der Halle 1 zeigen 25 Oldtimer-Händler mehr als 250 Exemplare mit Seltenheitswert: Vom 15.000 Euro-GTI aus den Neunziger Jahren bis hin zum Mercedes 300 SL Flügeltürer mit Millionenwert reicht das Angebot. Wer hier unter den – allerdings lieblos nebeneinander geparkten – Traumautos ein Schnäppchen sucht, ist allerdings fehl am Platz. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Sonderschau „70 Jahre Ferrari“.

(ID:44402986)