Suchen

Nutzfahrzeugmarkt Euro VI sorgt für Nachfrage

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Zum Jahresende hat der europäische Nutzfahrzeugmarkt einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Dennoch bleibt 2013 das drittschlechteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Firmen zum Thema

Seit Anfang Januar 2014 gilt die Euro-VI-Norm für Nutzfahrzeuge. Zuvor zog die Nachfrage nochmals kräftig an.
Seit Anfang Januar 2014 gilt die Euro-VI-Norm für Nutzfahrzeuge. Zuvor zog die Nachfrage nochmals kräftig an.
(Foto: MAN)

Ein guter Abschluss kann ein schlechtes Jahr noch drehen. Das zeigen die Zulassungszahlen in Europa. Im Dezember seien in den EU-27- und Efta-Staaten die Nfz-Neuzulassungen um 34 Prozent auf insgesamt knapp 176.300 Einheiten gestiegen, teilte der europäische Herstellerverband ACEA mit. Mit dem großen Zuwachs am Jahresende hat die Branche das Jahr sogar noch im Plus abgeschlossen: Zwischen Januar und Dezember kamen mehr als 1,78 Millionen Nutzfahrzeuge erstmals auf die Straße, ein Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch insgesamt war es das drittschlechteste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1997.

Ohne Großbritannien würden die Zahlen wesentlich schlechter aussehen. Die Nachfrage im Königreich zog im vergangenen Jahr um 14,5 Prozent an, sodass knapp 331.000 Nutzfahrzeuge erstmals auf die Straße kamen. Allein im Dezember schnellte die Zahl der Nfz-Neuzulassungen um 66 Prozent nach oben.

Dagegen haben die meisten anderen großen westeuropäischen Märkte im Minus geschlossen. Deutschland (–2,0 Prozent), Frankreich (-3,7 Prozent) und Italien (-11,7 Prozent) konnten das Vorjahresniveau nicht halten.

Zum Jahresende verbuchten alle Segmente Zuwächse im zwei- oder gar dreistelligen Prozentbereich. Vor allem die Nachfrage nach schweren Lkw ist explodiert: Die Zahl der europaweiten Nfz-Neuzulassungen über 16 Tonnen legte im Dezember um mehr als 133 Prozent auf 34.200 Einheiten zu.

Die Ursache für den Zulassungsboom liegt allerdings auf der Hand: Die Einführung der Nfz-Euro-VI-Norm hatte zahlreiche Unternehmen noch zum Kauf veranlasst. Denn seit Januar 2014 gelten in Europa die strengeren Abgasvorschriften für Nutzfahrzeuge.

Mit Ausnahme von Zypern und Estland waren alle Länder im Plus. In den großen westeuropäischen Märkten stiegen die Neuzulassungen schwerer Lkw zwischen knapp 63 Prozent in Frankreich und 232 Prozent in Großbritannien. Bereits in den Monaten zuvor hatte sich bei schweren Lkw eine verstärkte Nachfrage abgezeichnet. Entsprechend erscheint der Zuwachs von 8,3 Prozent auf 239.000 Einheiten im Gesamtjahr verhältnismäßig gering.

Auch bei den leichten Nutzfahrzeugen hat die Nachfrage zum Jahresende kräftig zugelegt: Im Dezember verzeichnete der Herstellerverband europaweit 128.000 neu zugelassene Transporter, ein Plus von 17,9 Prozent. Doch auf Jahressicht bleibt ein kleines Minus: 2013 sanken die Neuzulassungen unter 3,5 Tonnen um 0,4 Prozent auf 1,44 Millionen Einheiten.

Während die osteuropäischen Länder ihren Absatz um 3,6 Prozent auf knapp 61.000 leichte Nutzfahrzeuge steigerten, gingen die Neuzulassungen in Westeuropa um 0,5 Prozent auf 1,28 Millionen Stück zurück.

Erneut erwies sich Großbritannien als treibende Kraft: Hier legten die Neuzulassungen im Jahresverlauf um 13,1 Prozent auf mehr als 271.000 Transporter zu. Mit einem Plus von 11,1 Prozent auf rund 85.500 Einheiten stand Spanien dem nur wenig nach, wenn auch auf einem wesentlich geringeren Niveau. Die anderen großen westeuropäischen Märkte waren im Minus.

Im Plus waren im vergangenen Jahr auch die Stadt- und Reisebusse über 3,5 Tonnen. Im Dezember stiegen die europaweiten Neuzulassungen um 32,7 Prozent auf 4.476 Stück. Im Gesamtjahr 2013 fiel das Plus mit 3 Prozent auf 34.909 Einheiten wesentlich geringer aus.

(ID:42508275)