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ACEA Europa startet mit Plus ins Jahr

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Es geht aufwärts in Europa: Im Januar legten die Neuzulassungen um 5,2 Prozent auf 968.000 Pkw zu. Den fünften Monat in Folge sind sie nun im Plus. Dagegen geht anderen Hoffnungsträgern die Luft aus.

Von der steigenden Nachfrage im Januar profitieren die meisten Marken.
Von der steigenden Nachfrage im Januar profitieren die meisten Marken.
(Foto: ProMotor )

Der europäische Automarkt ist gut ins Jahr gestartet. Im Januar seien die Pkw-Neuzulassungen in Europa (EU 28 plus Efta) auf knapp 968.000 Einheiten gestiegen, teilte der europäische Herstellerverband ACEA mit. Das ist ein Plus von 5,2 Prozent im Jahresvergleich. Damit legten die Neuzulassungen den fünften Monat in Folge zu. Dabei ist sowohl der osteuropäische als auch der westeuropäische Markt im Plus. Während in den neueren EU-Mitgliedsstaaten die Neuzulassungen um 12,8 Prozent auf knapp 71.000 Stück kletterten, legten sie in Westeuropa um 4,9 Prozent auf 865.000 Einheiten zu.

In allen größeren Märkten stieg im Januar die Nachfrage. Großbritannien schloss mit einem Plus von 7,6 Prozent an das erfolgreiche Jahr 2013 an. Aber auch Spanien (+7,6 Prozent), Deutschland (+7,2 Prozent), Italien (+3,2 Prozent) und Frankreich (+0,5 Prozent) haben sich positiv entwickelt, wenn auch die Zuwachsraten zum Teil gering sind.

Doch nicht nur die großen Märkte haben sich gut entwickelt, sondern auch die südeuropäischen Länder insgesamt. Neben Spanien und Italien sind Portugal (+31,8 Prozent) und Griechenland (+15,4 Prozent) im Plus. Zwar ist die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht vorbei, aber die Talsohle scheint durchschritten, da sich die Märkte auch in den Monaten zuvor überwiegend positiv entwickelten.

Nur wenige Märkte konnten im Januar nicht zulegen. Zu ihnen gehören Österreich (–13,6 Prozent) und die Niederlande (–7,1 Prozent) sowie Belgien (–2,2 Prozent) und der Zwergstaat Zypern (–10,1 Prozent).

Die überwiegend positive Entwicklung der Märkte spiegelt sich natürlich bei den Marken wider. Die meisten großen Konzerne konnten zulegen: Volkswagen ist mit allen Marken im Plus (+8,2 Prozent) und verkaufte zu Jahresbeginn mehr als 245.000 Pkw in Europa. Wesentlich geringer fällt das Wachstum bei Mercedes-Benz (+1,0 Prozent) und BMW (+1,4 Prozent) aus, die jeweiligen Schwestermarken Smart (–10,9 Prozent) und Mini (–0,1 Prozent) waren sogar mehr oder weniger deutlich im Minus.

Auch die französischen Hersteller, die noch den überwiegenden Teil ihrer Fahrzeuge in Europa verkaufen, konnten aufatmen. Peugeot (+8,8 Prozent) und Citroën (+4,8 Prozent) sowie Renault (+3,8 Prozent) legten zu. Dacia verbuchte mit einem Plus von 38,1 Prozent gar den größten Zuwachs aller Marken.

Lediglich die Krisenunternehmen Fiat und Opel konnten am erfolgreichen Jahresstart nicht teilhaben. Bei Opel gingen die Neuzulassungen um 7,8 Prozent zurück, bei Fiat um 2,8 Prozent.

Übersee-Märkte rutschen ab

Während die Neuzulassungen in Europa wieder zulegten, waren sie in zahlreichen anderen Regionen im Minus. Der US-Markt für Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) lag mit einer Million verkaufter Neufahrzeuge zum Jahresstart um drei Prozent im Minus. Als Hauptgrund nannte der Verband der Automobilindustrie (VDA) das extreme Winterwetter, das in großen Teilen des Landes die Käufer von den Showrooms fernhielt. Der Trend hin zum Light Truck setzte sich auch im Januar fort: Während der Absatz in diesem Segment um knapp drei Prozent auf 531.000 Einheiten zulegte, gingen die Pkw-Verkäufe um fast neun Prozent auf 477.600 Fahrzeuge zurück.

Auch die BRIC-Staaten zeigten sich uneinheitlich. Die Pkw-Verkäufe in Indien lagen im Januar gut neun Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus, insgesamt wurden 219.800 Pkw neu zugelassen. In Russland ging der Absatz von Light Vehicles im vergangenen Monat mit 152.700 Neuwagen um knapp sechs Prozent zurück.

Dagegen konnten sich die Hersteller auf das Zugpferd China auch im neuen Jahr wieder verlassen. Zwar schwächte sich der Zuwachs leicht ab (+11 Prozent), trotzdem war dieser Januar in China der verkaufsstärkste Monat überhaupt (1,7 Millionen Einheiten). In Japan erhöhten sich die Pkw-Neuzulassungen im Januar mit 433.600 Einheiten um fast 31 Prozent. Allerdings verzerren vorgezogene Käufe den Markt – ab April wird in Japan die Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte erhöht.

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