Suchen

Neue Modelle Extrovertiert: Der Ford Mustang GT Fastback

Autor / Redakteur: Michael Specht/SP-X / Nayomi Polcar

Ford verpasst seinem Mustang eine Modellpflege. Erhältlich ist das aufpolierte Modell ab Sommer 2018. Klar, dass die US-Ikone mehr Power erhält. Als Ausgleich gibt es für den V8 jetzt eine „Gute-Nachbarschaft“-Programmierung.

Firmen zum Thema

Ford verpasst seinem Mustang eine Modellpflege. Klar, dass die US-Ikone mehr Power erhält.
Ford verpasst seinem Mustang eine Modellpflege. Klar, dass die US-Ikone mehr Power erhält.
(Bild: Ford)

Den Mustang gibt es ab Sommer 2018 in einer aufpolierten Variante. Extrovertiert und laut. In Amerika fällt er nicht auf, in Deutschland schon. Vor knapp drei Jahren entschied sich Ford, den Mustang offiziell bei uns anzubieten. Eine gewagte Strategie, doch allein im vorigen Jahr griffen 5.741 Kunden zu. Zeitweise war der Mustang der bestverkaufte Sportwagen in Deutschland. Auf den Straßen in Europa kurven mittlerweile mehr als 33.000. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Preis von nur 39.000 Euro. Für 7.000 Euro mehr bekommt man ihn sogar mit bulligem V8-Motor.

Zu Ehren des Filmklassikers „Bullitt“, in dem McQueen vor 50 Jahren in einem grünen Mustang GT Fastback eine legendäre Verfolgungsjagd hinlegte, lässt Ford als Sonderedition in Grün und Schwarz, sowie mit modifiziertem V8 den „Bullitt“-Mustang aufleben. Der Bullitt leistet stramme 341 kW/464 PS. Den genauen Preis will Ford im Sommer bekannt geben, rechnen sollte man mit rund 59.000 Euro.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Individuelle Modi

Von der Lässigkeit des Bullitt fährt natürlich auch eine kräftige Portion in der modellgepflegten Normalversion mit, deren acht Zylinder jetzt 450 statt zuvor 421 PS mit sich bringen. Merklich ist der Unterschied nicht, auch wenn der Mustang nun mit 4,6 Sekunden nominell zwei Zehntel schneller auf Tempo 100 sprintet. Die Ingenieure verpassten dem Fahrzeug eine neue Abgasanlage, die eine spezielle Klappensteuerung mit einem Aktiv-Ventil erhielt. Das lässt sich über ein Menü auf dem Display einstellen.

Wer abends spät heimkommt oder morgens früh losfährt, kann ein Zeitfenster vorgeben und sich dann leise aus der Siedlung schleichen. Ford nennt dieses Feature „Gute-Nachbarschaft“-Programmierung. Doch weitere Gadgets stehen zur Verfügung: Ein adaptives Fahrwerk „Magne-Ride“ aus dem Shelby 350 GT, dessen Setup die Fahrprogramme „Normal“, „Sport“, „Rennstrecke“ und „Regen/Schnee" zulässt. Und zwei Varianten „Drag" und „My Mode", welche das Ansprechverhalten des Gaspedals, die Automatik und die Lenkung sowie den Auspuffsound beeinflussen.

Extras und Optik

Angenehm zu fahren ist das knackig zu schaltende Sechsganggetriebe und ein agil drehender Achtzylinder mit einem umfangreichen Klang-Repertoire. Mustang-Fans dürfen sich über weitere diverse Spielereien freuen. Mit dem „Line-Lock"-Schalter blockiert das Auto für 15 Sekunden, die Vorderräder derweil das hintere Gummi unter Vollgas die gesamte Kreuzung in Reifenqualm hüllt.

Ein weiteres Gimmick befindet sich über der Mittelkonsole, der Starterknopf, welcher 30 Mal pro Minute beim Entriegeln der Türen rot pulsiert.

Optisch wurde der Mustang recht deutlich verändert, das sehen vor allem Kenner. Das Blech wurde in Teilen neu gepresst, sodass Liebhaber augenblicklich die flachere Motorhaube mit dem tieferen Grill, die neue Frontschürze sowie moderne LED-Scheinwerfer (serienmäßig) erkennen. Die Rückleuchten erhielten einen kleinen Knick und unterm Heck lugen jetzt vier Endrohre hervor.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Zweitvariante des Mustang

Und dann ist da noch der kleine Bruder. Unter seiner Haube werkelt ein 2,3-Liter-Vierzylinder, für den sich in Deutschland immerhin rund 20 Prozent entscheiden. Der Motor mag zwar auf dem Papier stolze 213 kW/290 PS und 440 Newtonmeter an Drehmoment entwickeln und mit der optionalen Zehngangautomatik harmonieren. Doch eine lässig-souveräne Beziehung geht der Eco-Boost-Turbo mit dem Muscle-Car nicht ein. Ein wenig geht hier die uramerikanische Seele verloren. Zwar hat es 1979 schon einmal einen Mustang mit vier Zylindern gegeben. An diese Zeiten wollen Mustang-Fahrer aber besser nicht erinnert werden.

Technische Daten vom Ford Mustang

  • Zweitüriges, viersitziges Coupé, Länge: 4,79 Meter, Breite: 1,92 Meter (mit Spiegeln 2,08 Meter), Höhe: 1,38 Meter, Radstand: 2,72 Meter, Kofferraumvolumen: 408 Liter

Antrieb:

  • Fastback: 2,3-Liter-Vierzylinder-Benziner, 213 kW/290 PS bei 5.400 U/min, maximales Drehmoment: 440 Nm bei 3.000 U/min, 0-100 km/h: 5,8 s, Vmax: 233 km/h, Durchschnittsverbrauch: 9,0 Liter, CO2-Ausstoß: 199 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse E, Preis: 39.000 Euro
  • GT Fastback: 5,0-Liter-Achtzylinder-Benziner, 331 kW/450 PS bei 7.000 U/min, maximales Drehmoment: 529 Nm bei 4.600 U/min, 0-100 km/h: 4,6 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 12,4 Liter, CO2-Ausstoß: 277 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse G, Preis: 46.000 Euro

Entscheidungshilfe: Kaufen?

  • Warum: Weil man sich gerne an die coole Muscle-Car-Ära in Amerika erinnern will.
  • Warum nicht: Weil man in der Nachbarschaft schnell zum „schrägen Vogel“ abgestempelt wird.
  • Was sonst: Chevrolet Camaro, Dodge Challenger
  • Wann kommt er: Juni 2018
  • Was kommt noch: ab Sommer 2018 Sondermodell „Bullitt“

(ID:45194647)