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Nachruf Fachjournalist Christian Bartsch ist gestorben

| Autor: Jan Rosenow

Der Doyen des deutschen Motorjournalismus wurde 86 Jahre alt und blieb bis zuletzt produktiv. Sein letzter Beitrag für unser Haus erschien erst vor wenigen Wochen.

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Christian Bartsch (1929 - 2015)
Christian Bartsch (1929 - 2015)
(Foto: Knut Bartsch)

Der Motorjournalist Christian Bartsch ist nach Angaben seiner Familie am 31. Juli im Alter von 86 Jahren verstorben. Christian Bartsch schrieb viele Jahrzehnte lang als freier Autor für unterschiedliche Medien, darunter auch für Vogel Business Media und speziell die Zeitschriften »Automobil Industrie« und »kfz-betrieb«. Bis zu seinem Tod blieb er auf hohem Niveau journalistisch produktiv: So erschien sein letzter Beitrag für die »Automobil Industrie«, in dem er sich mit den Zukunftschancen des Zweitaktmotors befasste, erst vor wenigen Wochen.

Damit schloss sich der Kreis seines Schaffens: Den Zweitakter hatte Bartsch schon in den 50er Jahren als junger Entwicklungsingenieur in der Motorradindustrie begleitet. Kaum jemand wusste mehr über dieses Motorenkonzept als er. Daneben begleitete er viele weitere automobiltechnische Themengebiete mit seinem fundierten Wissen. Und kaum jemand hatte besseren Zugang in die Entwicklungsabteilungen vieler Autohersteller. Doch diese Nähe ließ ihn nie den kritischen Blick auf die Automobiltechnik verlieren. Ein besonderer Graus war es ihm, wenn politische Zwänge auf die technische Entwicklung einwirkten und Lösungen hervorbrachten, die aus der Sicht des Ingenieurs rückschrittlich oder falsch waren. Bei alledem versuchte er aber nie, jemanden zu bekehren, sondern war stets ein angenehmer Gesprächspartner, der sein Wissen gern teilte und viel Humor besaß.

Kaum jemand verstand es wie er, komplizierte technische Themen verständlich und spannend zu beschreiben, ohne dabei unzulässig zu vereinfachen. Stets stieß er zum Kern der Dinge vor. Sein unermesslicher Erfahrungsschatz ließ ihn den wahren Neuheitswert jeder „Innovation“ sofort erkennen. Christian Bartschs Tod hinterlässt im deutschen Motorjournalismus eine große Lücke.

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