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Elektromobilität Fahrbericht: Kia Soul EV

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Andreas Wehner

Kia will BMW i3, VW E-Golf und Nissan Leaf das Elektrofeld nicht kampflos überlassen. Der Soul EV soll zeigen, dass Elektro-Hightech längst auch in Korea angekommen ist.

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Die ersten Testfahrten mit dem elektrisch angetriebenen Kia Soul erfolgten noch getarnt.
Die ersten Testfahrten mit dem elektrisch angetriebenen Kia Soul erfolgten noch getarnt.
(Foto: Kia )

700 Elektrokleinwagen vom Typ Ray EV hat Kia in den letzten beiden Jahren mehr an Behörden und öffentliche Einrichtungen verteilt, denn ernsthaft verkauft. Der japanisch anmutende Kubusflitzer ist ein Elektro-Probelauf für das erste elektrische Volumenprodukt. Das kommt ab kommendem Jahr mit der zweiten Generation des Kia Soul, die in diesen Wochen in die USA einzieht und ab Frühjahr kommenden Jahres auch nach Deutschland rollt. Werden zum Marktstart Diesel- und Benzinantriebe verfügbar sein, so folgt im Herbst eine elektrische Version, die auf der gleichen Produktionslinie wie die Verbrenner gebaut werden soll.

Über den Preis schweigen sich die Koreaner ebenso aus wie über den Batteriezulieferer, da der entsprechende Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Wer von den in der Vorserie drei koreanischen Akkuzulieferern das Rennen auch machen wird: Fest steht, dass die Kapazität von 27 kWh des im Fahrzeugboden verbauten Akkupakets ausreichen soll, um Reichweiten von 200 Kilometern zu ermöglichen.

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81 kW elektrische Leistung

Angetrieben wird der Kia Soul EV von einem Elektromotor, der eine Leistung von 81 kW/110 PS und 285 Nm bietet. Der beseelte Elektro-Crossover fährt sich deutlich flotter, als es die Fahrleistungen mit 0 auf Tempo 100 in zwölf Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h vermuten lassen. Sein Leergewicht von 1,5 Tonnen kann der Kia Soul EV, der in Asien, den USA und Europa angeboten werden soll, nicht überspielen. Immerhin hat der surrende Koreaner rund 200 Kilogramm mehr auf den Rippen als der Benziner.

Bis Tempo 20 ertönt eine weinerliche Melodie, die an die automobile Ausprägung der portugiesischen Fado-Gesänge erinnert. Nach einigem Suchen lässt sich die jammernde Tonfolge zum Glück deaktivieren. Sonst wäre jede Staufahrt zu einem Selbstmordkommando ausgeartet. In Korea soll diese Dudelei jedoch zum Serienumfang gehören, um Fußgänger bei langsamer Schleichfahrt des Soul EV zu warnen. Naja.

In 25 Minuten auf 80 Prozent

Die Federung des Kia Soul EV ist bei den Erprobungsträgern noch etwas hölzern. Mister U, wie sich der Testingenieur auf der Rückbank hintergründig selbst bezeichnet, sieht hier zu Recht noch Nachbesserungspotenzial. Wirklich ungelenk wirkt das elektrisierte Gesamtpaket aus Korea allerdings nicht. Und wenn die 285 Nm vom Start weg an der Vorderachse zerren, kommen fast sportliche Gefühle auf.

Optisch ist der Kia Soul EV kaum von seinen 4,14 Meter langen Standard-Brüdern mit Diesel- oder Benzinmotor zu unterscheiden. Wer genau hinschaut, sieht eine leicht geänderte Nase, weil hinter dem normalen Kühlergrill beim Elektromodell leicht vergrößert die Anschlüsse zum Aufladen untergebracht sind. „Das normale Aufladen geschieht in viereinhalb bis fünf Stunden“, erläutert Kias Batterieexperte Jinho Park, „mit einer 100-KW-Schnellladung ist der Akku in 25 Minuten zu 80 Prozent gefüllt.“

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