Suchen

Studie Fahrerlos auf Kurs – auch ohne eigenes Auto

| Redakteur: Jens Scheiner

Laut der Studie „Fahrerlos auf Kurs“ ist das Besitzen eines eigenen Autos für einen Teil der deutschen Autofahrer in Zukunft Auslaufmodell. Eine neue Dienstleistung steigt dagegen in der Gunst der Befragten.

Firmen zum Thema

Ein Teil der deutschen Autofahrer kann sich gut vorstellen, künftig auf ein eigenes Auto zu verzichten.
Ein Teil der deutschen Autofahrer kann sich gut vorstellen, künftig auf ein eigenes Auto zu verzichten.
(Bild: Audi )

Wie aus der Studie „Fahrerlos auf Kurs“, vom Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov und dem Center of Automotive Management (CAM), hervorgeht, wird der Bedarf am eigenen Fahrzeug in Zukunft sinken. Dem Report zufolge sind bereits schon heute 23 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass künftig der Besitz eines eigenen Kfz nicht mehr notwendig sein wird. Auch unter Autobesitzern sind die Befragungswerte mit 22 Prozent ähnlich hoch. Daher kann sich fast jeder Zweite vorstellen, künftig ein selbstfahrendes Dienstleistungskonzept in Anspruch zu nehmen: etwa Robotertaxis oder selbstfahrende Busse. Ein hoher Wert für eine Art der Dienstleistung, die noch gar nicht auf dem Markt ist.

Bedenken bleiben

Jeder vierte Befragte kann sich vorstellen, selbstfahrende Busse zu nutzen, aber nur jeder Zehnte ein selbstfahrendes Auto mit unbekannten Menschen, zum Beispiel als Mitfahrgelegenheit. Im eigenen Fahrzeug, das Steuer aus der Hand zu geben, das kann sich jeder Dritte (34 Prozent) vorstellen – aber nur mit der Möglichkeit, als Fahrer weiterhin ins Geschehen eingreifen zu können. Die potenziellen Nutzer fahrerloser Fahrzeuge sind häufig männlich, unter 35 Jahre alt, leben in einer Beziehung, treiben viel Sport – und sie sind keineswegs frei von Ängsten. Die meisten sorgen sich mit mit 55 Prozent um Systemausfälle und Technikpannen, gefolgt von rechtlichen Unklarheiten bei Unfällen (51 Prozent) oder Hacker-Angriffen (48 Prozent). Das sind Hürden, die die Automobilbranche durch entsprechende Kommunikation noch aus dem Weg räumen muss.

Das Zutrauen in die Entwicklungskompetenz einzelner Hersteller beim Thema autonome Autos fällt bei Verbrauchern unterschiedlich aus. Der YouGov-Report zeigt, dass die Deutschen am meisten überzeugt von der Marke Mercedes-Benz (46 Prozent), BMW (41 Prozent) und Audi (34 Prozent) sind. Wichtig sei laut der Studie zudem, dass Automobilhersteller und Unternehmen die für viele Verbraucher noch zu vagen Zukunftsvisionen ihrer Mobilitätskonzepte greifbar machen.

Über die Studie

Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende YouGov-Datenbank zugegriffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Die Vernetzung der Daten ermöglicht eine detaillierte Analyse des Konsumentenverhaltens. Kombiniert wurde die Analyse mit einer zusätzlichen bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 2.000 Personen über 18 Jahren, die vom 6. bis 12. Juni 2017 durchgeführt wurde.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44856069)